Duisburger Diensthundestaffel hat ein gutes Näschen

Der Rottweiler Quintus hat ein gutes Näschen: Er spürt im Dienstalltag für die Duisburger Polizei Drogen auf.
Der Rottweiler Quintus hat ein gutes Näschen: Er spürt im Dienstalltag für die Duisburger Polizei Drogen auf.
Foto: WAZ FotoPool
Polizist Henrik Richter und sein Rottweiler Quintus gehören zur 13 Teams umfassenden Diensthundestaffelder Polizei Duisburg. Gemeinsam bestreiten sie die zahlreichen Einsätze im Dienst – aber auch ihr Alltagsleben.

Duisburg. Die Kollegen von der Kriminalpolizei hatten die Wohnung eines Verdächtigen bereits akribisch durchsucht. Ohne Erfolg. Dann schickte Henrik Richter seinen Rottweiler Quintus hinein. Und der speziell ausgebildete Vierbeiner des Diensthundeführers erschnupperte – trotz eines guten Verstecks hinter einer präparierten Schublade – insgesamt 590 Gramm Mariuhana und 10.700 Euro Bargeld. Das war einer der dicksten Fänge, die im Vorjahr glückten. Das Suchen und Finden, es gehört zum Alltag des Polizisten und seines Partners auf vier Pfoten.

13 Zweierteams gehören zur Diensthundestaffel der Duisburger Polizei – jedes besteht aus einem Hund und einem Herrchen. Etwa 300 Diensthundeführer gibt es in ganz NRW. Bei 38 000 Polizisten in unserem Bundesland ist ihr Anteil also sehr überschaubar. Neben Rottweilern sind vor allem deutsche Schäferhunde und niederländische Herder im Einsatz. Die mit Abstand beliebteste, weil geeignetste Rasse ist jedoch der belgische Schäferhund – auch Malinois genannt. „Die sind die leistungsstärksten“, erklärt Henrik Richter, der auch als Trainer der hiesigen Staffel fungiert.

Spezialausbildung folgt später

Jedes der Tiere wird zunächst zum Schutzhund ausgebildet. Das dauert etwa 12 bis 14 Monate. Zum Einsatz kommen die Vierbeiner danach etwa bei Durchsuchungen im Nachtdienst, wenn nicht klar ist, ob sich noch ein Einbrecher am Tatort versteckt. Das Täterfinden gehört zu den Basisaufgaben. „Hat der Hund ihn entdeckt und bleibt der Täter bewegungslos, setzt sich der Hund vor ihn hin und bellt. Das ist für das Signal: Ich habe ihn“, erklärt Richter.

Versucht ein Aufgespürter jedoch davonzulaufen, ist jeder Hund so abgerichtet, dass er die Flucht mit einem Biss verhindert. „Das ist auch eine Maßnahme zum Schutz der Beamten“, verdeutlicht Richter. Zur Ausbildung zum Schutzhund gehört zudem, dass die Tiere Gegenstände finden, die über eine frische menschliche Witterung verfügen.

Nach neun bis zehn Jahren ist Schluss

Im Anschluss folgt eine Spezialausbildung zum Sprengstoff-, Drogensuch- oder Personenspürhund. Erstere finden Waffen, Munition und Sprengstoffe jeglicher Art, die zweiten spüren jedes Rauschgift auf und die dritte Gruppe kann die Fährte einer einzelnen, bestimmten Person aufnehmen und aufspüren. „Das ist nicht nur bei der Täterfahndung wichtig, sondern auch, wenn wir einen Vermissten suchen“, erklärt Richter. 20 Minuten am Stück kann ein Diensthund schnuppern. Danach ist er erschöpft und benötigen eine mindestens ebenso lange Pause. Die Karriere eines Vierbeiners in der Staffel endet nach etwa neun bis zehn Jahren. „Danach dürfen sie bei uns bleiben“, sagt Richter.

Die Vierbeiner sind nicht nur Kollegen im Dienstalltag der Beamten, sie betrachten sie sogar als einen Teil ihrer Familie. Zwar gehören die Tiere offiziell dem Land NRW, nach Dienstschluss fahren sie aber Tag für Tag nach Hause – ins Heim ihres Herrchens. „Man gibt ihn nach Feierabend nicht ab wie einen Dienstwagen. Man verbringt das Leben zusammen“, erklärt Richter.

„Vom Stellenwert her gleich nach der Familie“

Sein Kollege Hans-Gerd Steeger (57), der seit 29 Jahren in dieser Abteilung arbeitet und Duisburgs dienstältester Hundeführer ist, fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Man muss Idealist und ein bisschen bekloppt sein, um den Job zu machen.“ Doch sein Lächeln verrät, wie gern er mit seinem Malinois Lucky zusammenarbeitet. „Es ist nicht nur ein Diensthund, sondern ein Kumpel, der vom Stellenwert her gleich nach der Familie kommt.“