Duisburger CDU nimmt SPD-OB aufs Korn

Duisburgs CDU-Parteichef Thomas Mahlberg äußerte auf dem Parteitag harte Kritik am SPD-Oberbürgermeister Sören Link.
Duisburgs CDU-Parteichef Thomas Mahlberg äußerte auf dem Parteitag harte Kritik am SPD-Oberbürgermeister Sören Link.
Foto: Funke Foto Services
Die Duisburger CDU lastet dem SPD-Oberbürgermeister Sören Link den Verlust vieler Arbeitsplätze an. Die Stadt verharrt im Stillstand, so die Kritik.

Duisburg. Mit vehementer Kritik an SPD-Oberbürgermeister Sören Link hat CDU-Parteichef Thomas Mahlberg die Duisburger Christdemokraten schon jetzt auf die Oberbürgermeisterwahl 2018 eingestimmt.

Ungeachtet der weitgehenden Eintracht zwischen CDU und SPD im Rat fokussierte Mahlberg auf dem Parteitag am Montagabend im Huckinger Steinhof seine kritische Zustandsbeschreibung Duisburgs auf die Person des Oberbürgermeisters: „Seit Link im Amt ist, hat Duisburg mehrere tausend Arbeitsplätze verloren. Was macht der Oberbürgermeister eigentlich?“ Mahlberg forderte eine besserer Standort- und Wirtschaftsförderungspolitik ein: „Ich sehe keinen Neuanfang, sondern es geht zurück in die Vergangenheit.“ Als Beleg für verfehlte Politik verwies Mahlberg auf das jüngste Wirtschafts-Standort-Ranking, in dem Duisburg unter 402 Städten den letzten Platz einnimmt. Missraten sei auch die Entwicklung der Innenstadt und der Stadtteilezentren: „Ein-Euro-Läden sind das Markenzeichen sozialdemokratischer Strukturpolitik“.

"Herr Tum muss liefern"

Der Stillstand in Duisburg sei „hausgemacht“ – und dies trotz der vielen Fördermillionen, die nach Duisburg flössen. Mahlberg kündigte eine Strategiediskussion an, wie sich die CDU für die Oberbürgermeisterwahl positioniert.

Der CDU-Ratsfraktionsvize Thomas Susen nahm unterdessen Duisburgs Stadtentwicklungsdezernenten Carsten Tum ins Visier: „Herr Tum muss liefern“, sagte er mit Blick auf stockende Vorhaben. Zugleich sei es für die CDU immerhin möglich, über die Zusammenarbeit mit der SPD im Rat eigene Ziele und Inhalte umzusetzen, etwa beim Entwicklungsplan „Duisburg 2027“. Er trage zum Beispiel in der Gewerbeflächen und Wohnstandortentwicklung die Handschrift der CDU.

Kommentar: Duisburg durch die Parteibrille 

In welcher Stadt leben wir eigentlich? In einer roten oder einer schwarzen? Parteibrillen scheinen da die Klarsicht zu vernebeln. Erst am Freitag zeichnete SPD-Parteichef Ralf Jäger vor den Basis-Genossen förmlich ein Bild blühender Landschaften, in der „sich die Kräne drehen und die Bagger rollen“. Innenstadt, Grüngürtel Bruckhausen, schwarze Null im Haushalt ohne Sparkahlschlag: dank sozialdemokratischer Gestaltungskraft geht es aufwärts mit Duisburg.

Ganz anders das Bild, das CDUChef Mahlberg von Duisburg zeichnet: „rote Laterne“, Stillstand, verfehlte Standortpolitik, gescheiterte Investitionen, kurz: sozialdemokratisches Versagen. Kommt aus Rot und Schwarz also eine dunkelgraue, triste Duisburg-Farbe heraus? Lobpreisungen der SPD sind ebenso falsch wie die buchstäbliche Schwarzmalerei der CDU. Beides schadet Duisburg.

Zwei Einschätzungen: Duisburg hat seine Lethargie nach Loveparade und Abwahl-Zermürbung überwunden, es bewegt sich manches. Aber zugleich: Dass Duisburg im Städteranking auf den letzten Platz abgerutscht ist und nicht andere ähnlich strukturbelastete Revierstädte dort stehen, ist in der Tat auch hausgemacht