Duisburger Bundestagsabgeordneter: Ich habe nicht abgestimmt

Mahmut Özdemir (SPD), Bundestagsabgeordneter aus Duisburg.
Mahmut Özdemir (SPD), Bundestagsabgeordneter aus Duisburg.
Der Abgeordnete Mahmut Özdemir (SPD) hat zwar weder für noch gegen die Völkermord-Resolution gestimmt, doch attackiert wird er dennoch im Netz.

Duisburg/Berlin. Der Duisburger Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir hat an der Abstimmung des Bundestages, in der die Massaker aus dem Jahr 1915 an Armeniern im Osmanischen Reich als Völkermord eingestuft wurden, nicht teilgenommen. Aus „terminlichen Gründen“, wie er auf Anfrage der Redaktion erklärte.

Dennoch wurde der türkeistämmige Politiker von Gegnern der Resolution angefeindet und in türkischer Sprache beleidigt. Gegenüber der Redaktion wollte sich der SPD-Abgeordnete dazu nicht äußern. Er ist aber offenbar kein Anhänger der von der Mehrheit des Bundestags getragenen Resolution.

Im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio wirft Özdemir dem deutschen Parlament vor, sich durch diese Armenien-Resolution instrumentalisieren zu lassen. Gegenüber der türkischen Zeitung „NRW Haber“ erklärte Özdemir: „Über so etwas entscheiden Historiker und die Gerichte. Ich richte mich vor allem an meine Wähler in Duisburg und sage ihnen: Ich habe an der Abstimmung nicht teilgenommen und nicht mit ‘Ja’ gestimmt.“

Duisburger Fußballverein lädt Mahmut Özdemir wieder aus

In den Sozialen Netzwerken scheint aber diese Botschaft nicht angekommen zu sein. Dort wird der Duisburger Bundestagsabgeordnete als vermeintlicher Befürworter der Armenien-Resolution von türkischen Migranten heftig attackiert. Die Fans des Homberger Fußballvereines FSV Duisburg etwa bedauern, den Politiker zum Meisterschaftsspiel gegen den VfB Homberg eingeladen zu haben und luden ihn wieder aus.

Auch aus dem türkischen Parlament kamen scharfe Töne, die sich gegen Özdemirs Namensvetter und Grünen-Politiker Cem richten und die sich möglicherweise der Duisburger zu Herzen genommen hat: Das Vorstandsmitglied der Regierungspartei AKP, Burhan Kuzu, bezeichnete türkischstämmige Unterstützer der Völkermord-Resolution als „Verräter“ und warnte sie vor Reisen in die Türkei.

 
 

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