Duisburger Brite erklärt warum Denglisch so "funny" ist

Wie wäre es mit lustigen „Baby Shooting“? „Fotos machen“ oder „Babys abknallen“? Denglisch oder Englisch.
Wie wäre es mit lustigen „Baby Shooting“? „Fotos machen“ oder „Babys abknallen“? Denglisch oder Englisch.
Der britische Duisburger, bzw. Duisburger Brite Robert Tonks hat seine wahre, seine tiefere Berufung in diesem Leben darin gefunden, uns spracharmselige Menschen über das real existierende deutsch-englische Kauderwelsch aufzuklären. Darüber hat er ein neues Büchlein verfasst. Zum Haareraufen.

Duisburg.. Da ist er wieder unterwegs, Robert Tonks. Jener humorvolle wie hinterlistig-lustige britische Duisburger, beziehungsweise Duisburger Brite, der hauptberuflich in Diensten seiner Majestät der Duisburger Stadtverwaltung steht. Darüber hinaus aber hat Tonks seine wahre, seine tiefere Berufung in diesem Leben darin gefunden, uns spracharmselige Menschen über das real existierende deutsch-englische Kauderwelsch aufzuklären.

Ein alltäglicher Wahnsinn, der einen Namen trägt: Er heißt „Denglish“ oder auch „B S E“ – dies klingt nach Rinderwahnsinn , ist aber „Bad Simple English“. Wenn Robert Tonks durch deutsche Fußgängerzonen streift, dann kann er nicht sehr lange ernst bleiben. Überall begegnet ihm seine geliebte Muttersprache: das Englische. Doch ergeben die Worte und Botschaften fast nie einen Sinn. Fast immer aber einen Un-Sinn.

Schlechtes Englisch ist längst Weltsprache

Darüber hat Tonks bereits zwei kleine, wunderbar ironisch-illustrierte Büchlein verfasst, in den bestürzend deutlich wird: Schlechtes Englisch ist längst zur Weltsprache Nummer Eins geworden. Und wir Deutsche geben uns alle Mühe, hier die „Pool position“ (oder ist es die „pole position“) einzunehmen.

Jetzt hat Tonks wieder zugeschlagen und ein drittes Büchlein herausgebracht. Es trägt den etwas verwirrenden Titel „The Denglish Doosh Reader“ (Soll möglicherweise soviel heißen wie: Das deutsch-englische Dusch-Lesebuch). Tonks knüpft mit dem Kunst-Wort „doosh“, das nur in deutschen Ohren wie „Dusche“ klingt, in englischsprachigen Hirnen aber nach „douche“ (= Trottel) klingt, an die Erfindung eines neuen Patent-Duschkopfs durch den TV-Unterhalter Stefan Raab. Raab bezeichnet diesen Duschkopf, um die Verwirrung komplett zu machen, mit den Kunstwort „doosh“.

Ziel, uns alle in den Wahnsinn zu treiben

Dererlei BSE-hirngeschädigte Sprachverquaser sind überall und täglich unterwegs - und dies völlig straffrei – einzig mit den Ziel, uns alle in den Wahnsinn zu treiben. Was anderes als Wahnsinn im Kopf hat der Schöpfer jenes Verkehrsschildes, der auf sein Blech schreibt: „Truck wash and eat“? Den Lkw erst waschen und ihn dann essen? Oder was genau ist mit der „Pain Show“ gemeint? Eine Sado-Maso-Schmerz-Show etwa? Ach nein, hier steckt das französische Wort „pain“ (=Brot) mit drin, die Brot-Show ist also nichts anderes als eine einfache Bäckerei. Oh Gott, dümmer geht’s nimmer.

Oder doch? Wie wäre es mit lustigen „Baby Shooting“? Was der deutsche Normalbürger vermutlich als „Fotos machen vom lieben Säugling“ versteht, bedeutet in Robert Tonks Herkunftsprache nichts anders als das „Abknallen von Babys“.

iBad?

Und was ist ein „iBad“. „I“ bedeutet doch auf Englisch „ich“, und „bad“ bedeutet „schlecht, schlimm, böse“. „iBad“ heisst also so viel wie „Ich bin der böse Wolf“ und du musst das Rotkäppchen sein. Doch die durchgeknallte Werbebotschaft von „iBad“ träumt von Multi-Media in der Wellness-Oase. Wobei mit „wellness“ der Brite - so schreibt Tonk - auch erst seit rund 30 Jahren das versteht, was wie Deutsche schon immer darunter verstanden.

Ja, der liebe Robert Tonks, der schubst uns wieder mit seinem (dies mal reichlich anspruchsvollen) neuen Sprachbüchlein, illustriert mit eigenen Zeichnungen, in ein heiß-kaltes Wechselbad der Sprachgefühle.

Was lehrt uns das? Erstens: Man muss nicht die deutsche Sprache vor den Anglizismen schützen, sondern man muss das Englisch vor den Deutschen schützen. Zweitens: Wir brauchen mehr Deutschkurse für Deutsche. Drittens: Unbedingt Robert Tonks BüchleinThe Denglish Doosh Reader“ kaufen und bei einem „Coffee to Go“ vor sich hinschmunzeln oder vor sich hin ärgern. Je nach Stimmungslage.

 
 

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