Duisburger bekam gefälschtes Blitzerfoto aus Polen

Der Duisburger war nicht zu schnell in Polen unterwegs - er war dort gar nicht unterwegs.
Der Duisburger war nicht zu schnell in Polen unterwegs - er war dort gar nicht unterwegs.
Foto: Patrick Seeger/Archiv
Hubert Holla flatterte ein Mahnbescheid ins Haus, da er angeblich in Polen mit dem Auto zu schnell unterwegs war. Allerdings war er nie in Polen.

Duisburg.. Hubert Holla (56) staunte nicht schlecht, als er einen Brief aus dem polnischen Czluchow in seinem Briefkasten fand. Der Inhalt des Schreibens machte ihn gleich stutzig: Die angebliche Gemeindewache des Ortes im Norden des Landes unterstellte ihm, mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren zu sein. Als Beweis lag ein Blitzerfoto bei.

Holla war sofort klar: Bei dem Schreiben handelt es sich um einen dreisten Versuch von Abzocke. Denn: „Ich war noch nie in Polen. Weder an dem angegebenen Datum noch sonst irgendwann“, sagt Hubert Holla und lacht.

Fantasie-Nummernschild im Bild

Der Briefkopf sieht durchaus ziemlich professionell aus, anderes entlarvt die Abzocker allerdings ziemlich schnell: Auf dem unscharfen „Beweisfoto“ ist kaum etwas zu erkennen, die beigelegte Vergrößerung des Nummernschildes zeigt eine Fantasie-Kennung, die es in Deutschland in der Form nicht gibt.

Die Forderung der angeblichen Straßenwacht: Holla solle sich auf einer Internetseite einloggen, um zu bestätigen, dass er den Brief erhalten habe. Dort könne er den Stand seines Verfahrens prüfen und die Rechnung begleichen. Holla wandte sich stattdessen an die Polizei. „Genau richtig!“, findet Polizeisprecher Joachim Wawrzeniewski. „Wenn es sich bei solch einem Brief ganz offensichtlich um Abzocke handelt, empfehlen wir ganz klar: kein Geld überweisen, oder in diesem Fall nicht auf der Internetseite einloggen. Man sollte so etwas schlicht ignorieren.“

Oft seien die Schreiben – wie auch in diesem Fall – ohnehin schnell zu enttarnen. „Meist ist bei genauem Hinsehen klar, dass da etwas nicht stimmt“, weiß Polizeisprecher Joachim Wawrzeniewski. Auffällige Rechtschreibfehler, falsche Anschriften und Namen von Behörden, die es nicht gibt – das alles seien klare Hinweise. Genauso wie bei Hubert Hollas Brief: Nicht nur das Kennzeichen war falsch, der Text strotzte vor Fehlern und der Name der angeblichen Polizeipräsidentin ergab bei Google keinerlei Treffer.

Immer die Polizei informieren

In jedem Fall gelte: sofort die Polizei informieren. „Dann wird die Form der Abzocke schnell bekannter, da wir dann die Bürger auf solche Briefe hinweisen können“, sagt Wawrzeniewski. Einen ähnlichen Fall wie Hubert Holla hat bislang allerdings keiner gemeldet. „Uns ist derzeit nicht bekannt, dass solche Schreiben im Umlauf sind“, erklärt Wawrzeniewski.

 
 

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