Duisburger Autorin legt ihren zweiten Roman vor

Thomas Richter
Die Duisburger Buchautorin Jenny Bünnig mit ihrem zweiten Roman „Der Sommer hat vier Wände“, der kürzlich erschienen ist. Ihr erstes Buch soll eventuell verfilmt werden.
Die Duisburger Buchautorin Jenny Bünnig mit ihrem zweiten Roman „Der Sommer hat vier Wände“, der kürzlich erschienen ist. Ihr erstes Buch soll eventuell verfilmt werden.
Foto: Funke Foto Services
Eine Sauna spielt im zweiten Roman der Neudorfer Autorin Jenny Bünnig die heimliche Hauptrolle. Sie wärmt Körper und Seele der Protagonisten.

Duisburg. Jenny Bünnig kann sich jetzt ganz aufs Schreiben von Romanen fokussieren. Die 31-jährige Autorin, die in Neudorf lebt, hatte zuletzt nicht nur an ihren Geschichten, sondern parallel stets auch an ihrer Dissertation gearbeitet. Letztere ist nach dreieinhalb Jahren fertiggestellt. Genau wie ihr zweites Buch: „Der Sommer hat vier Wände“ heißt die Familiengeschichte, die kürzlich im Verlag Langen-Müller erschienen ist.

Ihr Debütroman „Es muss dunkel sein, damit man die Sterne sieht“ war eine gelungene Oma-Enkelin-Geschichte, die in 2014 erschienen und inzwischen auch als Taschenbuch auf dem Markt ist. Zudem wurde das Buch als möglicher Stoff für eine Verfilmung optioniert. „Das Drehbuch würde aber nicht von mir, sondern von darauf spezialisierten Autoren verfasst“, erzählt Bünnig.

Doch viel lieber möchte sie über ihr neues Buch sprechen. Etwa über ihre Protagonistin Freddi, die mit Mutter und Bruder in den 1960ern in einem kleinen Ort am Niederrhein lebt. Der Vater hat die Familie verlassen, die Mutter leidet deshalb an schweren Depressionen. Auch die aus Paris angereiste Tante Noelle weiß zunächst kaum Rat. Dann hat Freddi die rettende Idee: Als Spender körperlicher, aber auch mentaler Wärme wird im heimischen Garten kurzerhand eine Sauna gebaut. Die prüde, konservative Nachbarschaft rümpft über die Nackten erst pikiert die Nase, ehe bald zahlreiche Einwohner die Vorzüge des Saunierens für sich entdecken.

Geschrieben aus der Perspektive der jungen Freddi

„Ich habe bewusst die Geschichte aus Freddis kindlicher Perspektive erzählt, weil die Erwachsenenwelt aus Kinderaugen betrachtet nun einmal ganz anders aussieht und wirkt“, erzählt die Autorin, die im beruflichen Alltag als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Wissenschaftsredakteurin am Campus Essen der Uni Duisburg-Essen arbeitet. Das Schreiben ihres zweiten Romans ging ihr wieder flüssig aus der Feder: „Ich bin am Anfang immer ganz euphorisch, wenn ich schreibe, und schaffe sehr viel. Doch dann kommen immer auch Phasen, in denen ich mich richtig durchbeißen muss.“

Ihre Lektorin Regine Schmitt, mit der sie bereits bei ihrem Debütroman zusammengearbeitet hat, gab ihr im Schreibprozess stets wertvolles Feedback. Wer Jenny Bünnig einmal live erleben möchte, hat dazu Gelegenheit bei einer Lesung in der Düsseldorfer Stadtbibliothek am 20. Oktober um 18 Uhr.