Duisburger ärgert sich über Radweg, der gar keiner ist

Anwohner Heinz Sievering sieht keinen Grund für die neuen Markierungen auf der Platanenstraße.
Anwohner Heinz Sievering sieht keinen Grund für die neuen Markierungen auf der Platanenstraße.
Foto: Lars Fröhlich/WAZ FotoPool
Anwohner spricht von einem Schildbürgerstreich auf der Platanenstraße. Neue Markierungen für einen angeblichen Radweg, der aber gar keiner ist, sorgen in Duisburg-Wanheimerort für Verwirrung. Was hat es also mit dem umstrittenen Radweg auf sich? Die Stadt liefert eine überraschende Erklärung.

Duisburg. Ein Radfahrweg, der doch keiner ist: Neue Markierungen auf der Platanenstraße sorgen für eine Posse, jede Menge Verwirrung und eine überraschende Aufklärung.

Energieberater Heinz Sievering schaut für gewöhnlich genau hin und was dort in seiner Nachbarschaft vor sich ging, erstaunte ihn: „Aus meinem Büro an der Wacholderstraße gucke ich genau auf die Platanenstraße. Als ein Unternehmen aus dem Sauerland kam und dort Linien für einen Radweg aufgepinselt worden sind, hab ich nur noch gestaunt und ungläubig den Kopf geschüttelt“, berichtet der Diplom-Ingenieur. In der ruhigen Einbahnstraße hält sich die Zahl der Radfahrer auf dem Kopfsteinpflaster normalerweise in Grenzen.

„In der letzten Woche waren es lediglich zwei“, hat Sievering gezählt. Dementsprechend groß ist sein Ärger über die seiner Meinung nach unnötigen Markierungen, die zudem ständig unterbrochen sind und entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße verläuft: „Hier handelt es sich doch um einen Schildbürgerstreich. Auf der Straße gingen dadurch acht Parkplätze verloren. Die Markierungen sind zudem andauernd durch weitere Parkplätze unterbrochen. Mich als Autofahrer irritiert der Weg einfach nur. Gerade beim Abbiegen auf die Wacholderstraße halte ich die Verkehrsführung für äußerst gefährlich“, führt der Anwohner aus und schaut verärgert auf das aufgepinselte weiße Fahrrad.

Warnung für Autofahrer

Was hat es also mit dem umstrittenen Radweg auf sich? Stadtsprecherin Gabi Priem liefert eine überraschende Erklärung: „Es handelt sich gar nicht um einen Radweg. Die Markierungen vor Ort sind eine Warnung für die Autofahrer. Sie sollen darauf hinweisen, dass hier Radfahrer auch entgegen der Fahrtrichtung der Einbahnstraße fahren dürfen.“ Deshalb seien die Markierungen auch nur als gestrichelte Linie aufgetragen worden und teilweise durch Parkflächen unterbrochen, ergänzt sie. „Ein normaler Radweg verläuft ja durchgängig“, nennt die Stadtsprecherin einen entscheidenden Unterschied. Der Radweg an der Platanenstraße ergänzt lediglich das Hinweisschild am Straßenanfang.

Heinz Sievering verwundert die Erläuterung. Der Radweg, der also gar keiner ist, bleibt für ihn überflüssig und rätselhaft. „So richtig verstehe ich den Sinn dahinter immer noch nicht. Ich finde es aber gut, dass man grundsätzlich versucht die Radfahrer zu schützen. Zusätzliche Markierungen und Hinweise machen für mich rund um die Karl-Lehr-Realschule, die 200 Meter Luftlinie entfernt ist, allerdings mehr Sinn, als hier in der unserer kaum befahrenen Einbahnstraße“, sagt der Wanheimerorter über das Verwirrspiel vor seiner Haustür.

 
 

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