Duisburg: Zehn Jahre nach Loveparade-Unglück – Ex-Bürgermeister Sauerland mit offenem Geständnis: „Ich habe...“

Zehn Jahre nach dem Loveparade-Drama in Duisburg findet Ex-OB Adolf Sauerland deutliche Worte.
Zehn Jahre nach dem Loveparade-Drama in Duisburg findet Ex-OB Adolf Sauerland deutliche Worte.
Foto: dpa / imago images / Reichwein; Montage DER WESTEN

An diesem Freitag jährt sich das Loveparade-Unglück in Duisburg zum zehnten Mal – und auch nach einem Jahrzehnt hat Duisburg die Tragödie noch nicht überwunden. Auch den damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland beschäftigt das Thema bis heute – allerdings aus einem anderen Grund.

Duisburg: Ex-Bürgermeister Adolf Sauerland äußert sich zu Loveparade-Drama

Das Loveparade-Unglück am 24. Juli 2010 in Duisburg veränderte nicht nur das Leben aller Beteiligten, sondern auch das des Ex-Oberbürgermeisters Adolf Sauerland.

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Der CDU-Politiker wurde für das Versagen der Veranstaltung verantwortlich gemacht, knapp eineinhalb Jahre später von den Duisburgern in einem beispiellosen Bürgerentscheid abgewählt. Zehn Jahre später weist er weiterhin jede Verantwortung für das Drama von sich.

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Das Loveparade-Unglück in Duisburg:

  • ereignete sich bei der 19.Veranstaltung der Loveparade am 24. Juli 2010 in Duisburg
  • durch fehlgeleitete Besucherströme und Planungsfehlern kam es zu einer Massenpanik an dem Tunnel des ehemaligen Güterbahnhofs
  • 21 Menschen kamen ums Leben, über 541 wurden schwer verletzt
  • wegen der Katastrophe beendete der Veranstalter die Partyreihe
  • im Februar 2014 erhob die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen zehn Personen Anklage – im Mai 2020 wurde das Verfahren eingestellt, ohne Urteil eingestellt
  • der damalige OB Adolf Sauerland (CDU) wurde in der Folge durch einen Bürgerentscheid im Februar 2012 von den Duisburgern abgewählt

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„Man muss die moralische Verantwortung übernehmen, wenn man in verantwortlicher Art und Weise Schuld an diesem Unglück hat. Und die habe ich nicht“, erklärt der 65-Jährige in einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“.

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Duisburgs Ex-OB Sauerland mit deutlichen Worten zur Katastrophe

Außerdem stellt Sauerland klar: „Ich habe die Loveparade nie gewollt.“

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Die politische Verantwortung für die Veranstaltung lag außerdem nicht bei der Kommune. Sowohl das gerichtliche Gutachten zur Loveparade-Katastrophe, als auch die Einstellung des Verfahrens würden diese These bestätigen: „Ich habe immer gesagt, es liegt keine Schuld bei der Stadt Duisburg. Wer sich die Einstellungsverfügung des Strafprozesses am Landgericht einmal genau durchliest, wird auch nicht zu einem anderen Urteil kommen können.“

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Nach der Katastrophe erhielt Adolf Sauerland sogar Drohbriefe, war in der Öffentlichkeit der Sündenbock – zu einigen Hinterbliebenen und Verletzten pflege er dagegen „seit Jahren ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis“.

Nachdem er angesprochen worden war, habe er viel mit den Menschen über die Geschehnisse gesprochen. „Viel von dem, was damals passiert ist, und was das für die Beteiligten bedeutet, kann man nur ermessen, wenn man mit den Betroffenen redet“, zitiert die „Rheinische Post“ den Ex-Oberbürgermeister.

Auch der WDR-Film „Das Leben danach“ beschäftigt sich am Mittwochabend in der ARD mit den Überlebenden der Loveparade-Katastrophe in Duisburg. Anschließend folgt um 22.45 Uhr der Dokumentarfilm „Loveparade – Die Verhandlung“ über die juristische Aufarbeitung. (kv)

 
 

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