Duisburg will marode Häuser künftig schneller sperren

Svenja Aufderheide
Schrottimmobilien wie diese hier an der Sandbrückstraße in Duisburg sollen künftig schneller von der Stadt gesperrt werden.
Schrottimmobilien wie diese hier an der Sandbrückstraße in Duisburg sollen künftig schneller von der Stadt gesperrt werden.
Foto: Ulla Emig
Anfang April wurde das neue Wohnungsaufsichtsgesetz verabschiedet, dass den Städten ermöglicht, marode Häuser schneller zu sperren. Nun will die Duisburger Stadtverwaltung nach dem Konzept der Kollegen aus Gelsenkirchen handeln, die innerhalb von acht Wochen zehn Schrottimmobilien geschlossen haben.

Duisburg. Gelsenkirchen macht es vor, Duisburg will mit dem gleichen Konzept nachziehen. Schrottimmobilien sollen schneller von der Stadt gesperrt werden können, seitdem die Kommune mit dem neuen Wohnungsaufsichtsgesetz ein schärferes rechtliches Schwert hat. Der Landtag hatte das Gesetz Anfang April verabschiedet. Gelsenkirchen schritt prompt zur Tat. Innerhalb von knapp acht Wochen wurden zehn marode Häuser versiegelt, die Eigentümer aufgefordert, die erheblichen Mängel zu beseitigen.

„Wir haben uns schon vor einiger Zeit mit den Kollegen in Gelsenkirchen ausgetauscht“, so Stadtsprecherin Anja Kopka. In der Arbeitsgruppe der Duisburger Stadtverwaltung herrsche Einigkeit, ein ämterübergreifendes Team zu bilden, um nach Gelsenkirchener Vorbild solche Häuser zu kontrollieren und auch zu schließen.

Bewohner aufgefordert, die Häuser zu verlassen

Noch fehlt die Zustimmung des OB und der Dezernenten in der nächsten Verwaltungskonferenz, aber die Signale stehen auf „Grün“, heißt es im Rathaus.

In Gelsenkirchen mussten als erstes die Bewohner einer Schrottimmobilie am Schalker Markt ihre Wohnungen verlassen, nachdem sich das dortige „Projektteam Zuwanderung Südosteuropa“ und die Polizei ein umfassendes Bild vom Zustand der Wohnungen gemacht hatten. Das Ergebnis dort: technische, bauliche und hygienische Mängel. Nachdem das Jugendamt auch noch festgestellt hatte, dass es kein fließendes Wasser in dem Haus gibt, war Schluss.

Dem Eigentümer wurde aufgetragen, das Haus nicht mehr zu belegen und den zuletzt dort wohnenden Menschen Ersatzwohnungen anzubieten. Die Bewohner wurden zuvor schriftlich und persönlich aufgefordert, die Häuser zu verlassen. Hilfsangebote der Stadt, bei der Wohnungssuche zu helfen, falls Obdachlosigkeit droht, hat in Gelsenkirchen niemand angenommen. Alle bisher von Immobiliensperrungen betroffenen Hausbewohner hatten gegen über der Verwaltung angegeben, anderweitig unterzukommen.