Duisburg will Häuser auf FOC-Gelände für Flüchtlinge nutzen

Die Zinkhüttensiedlung in Duisburg-Hamborn. Sie soll für ein Factory-Outlet-Center abgerissen werden.
Die Zinkhüttensiedlung in Duisburg-Hamborn. Sie soll für ein Factory-Outlet-Center abgerissen werden.
Foto: www.blossey.eu
Die Stadt Duisburg überlegt, ob die fürs Hamborner Outlet Center geräumten Häuser als Notunterkunft herhalten können. Bedeutet dies das Ende fürs FOC?

Duisburg.. Bisher war es ein Tabu-Thema, um die Debatte über die Zukunft der Zinkhüttensiedlung nicht zusätzlich anzuheizen. Inzwischen ist der Unterbringungsdruck offenbar aber so groß, dass die Stadt jetzt doch erwägt, die mehr als 270 leer stehenden Wohnungen zur Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen.

Oberbürgermeister Sören Link bestätigte nun auf Nachfrage entsprechende Gespräche mit dem Eigentümer Immeo und der Projektgesellschaft „Douvil“, die auf dem Gelände ein Factory Outlet Center plant und die Wohnhäuser abreißen will. Zahlreiche Mieter mussten bereits umziehen, gegen das derzeit ausgesetzte „Umzugsmanagement“ gibt es erheblichen Widerstand. Die von Anwohnern gegründete Bürgerinitiative protestierte erst vergangene Woche wieder vor dem Rathaus.

Ob und wann das Outlet Center kommt steht immer noch in den Sternen

Sollten Asylbewerber in die leeren Wohnungen ziehen, ließe sich das als Zeichen werten, dass auch im Rathaus kaum noch jemand an eine zügige Umsetzung der FOC-Pläne glaubt. „Es wäre keine Entscheidung für oder gegen ein Outlet Center, sondern es würde sich nur um eine Zwischennutzung handeln“, betonte zwar OB Link.

Doch die beiden Volksparteien, die das FOC als einzige noch stützen, scheuen in der Frage weiter klare Positionen. „Wir äußern uns erst, wenn die Verwaltung etwas Konkretes auf den Tisch legt“, heißt es von der CDU. Die SPD spricht vom Wunsch einer „regional ausgewogenen Verteilung“ in der Stadt, will sich zu einzelnen Standorten aber generell nicht äußern.

Grüne: Jede Wohnung, die sich eignet, besser als Sammelunterkunft

Grünen-Chefin Claudia Leiße dagegen hält „jede Wohnung, die sich eignet“, für besser als eine Sammel-Notunterkunft. Für die Linken sei der Aufwand gering, den Leerstand „zu menschenwürdigen Wohnungsunterkünften“ herzurichten. „Dieses Potenzial sollte man nicht verschenken“, so Carmen Hornung.

Die Bürgerinitiative erklärte, sie habe ohnehin keinen Einfluss darauf und keine Kenntnis davon, was Immeo tun wird, wenn die FOC-Pläne endgültig scheitern.

 
 

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