Duisburg

Frau und Kinder zu Sklavenarbeit auf Cannabis-Plantage gezwungen? Angeklagter überrascht mit Aussage zu Ehefrau

Enis C. wird eine Vielzahl von Vergehen vorgeworfen.
Enis C. wird eine Vielzahl von Vergehen vorgeworfen.
Foto: dpa

Duisburg. Er soll eine Cannabis-Plantage im großen Stil aufgebaut und seine Ehefrau und Kinder misshandelt haben. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft wiegt schwer: Enis C. schlug seine Tochter mit einer Dachlatte, setzte seine Kinder wie Sklaven bei der Drogen-Produktion ein und bestrafte sie bei Fehlverhalten brutal. Er soll ihnen mit dem Tode gedroht haben und sie zur Strafe Urin trinken lassen.

Am Montag stand der dritte Prozesstag an. Die Ehefrau und der Sohn sollten vor dem Landgericht in Duisburg zu den schrecklichen Vorwürfen vernommen werden. Doch daraus wurde nichts: da der Sachverständige sich krank entschuldigen ließ, musste die Aussage auf Ende Mai verschoben werden.

Denn der Gutachter müsse bei der wichtigen Aussage der beiden Zeugen dabei sein, so die Begründung des Vorsitzenden Richters für die Verschiebung.

Duisburg: Aussagen der Ehefrau und Sohn vertagt

Stattdessen ging es vor Gericht nochmal um die Cannabis-Aufzucht, die Enis C. in mehreren seiner Wohnhäuser in Duisburg startete. Die Stromabrechnungen zeigen einen eklatanten Anstieg zwischen den Rechnungen 2016/17 und 2017/18.

------------------------------------

• Mehr Themen aus Duisburg:

„Hartz und herzlich“-Star Frank M.: Gericht in Duisburg fällt Urteil – gewaltsamer Tod bleibt ein Rätsel

Henryk M. Broder in Duisburg vor Gericht – Publizist mit scharfen Worten Richtung Staatsanwaltschaft

• Top-News des Tages:

Royals: Insider äußert Verdacht zu Kate Middleton – plant sie etwa...?

Aldi: Mann will auf Behindertenparkplatz parken – doch dann macht er diese unfassbare Entdeckung

-------------------------------------

Der Stromverbrauch stieg innerhalb von zwei Jahren von 6500 Kilowattstunden um das fast siebenfache auf mehr als 42.000. Der Verdacht liegt nahe, dass Enis C. in dieser Zeit mit seiner Drogen-Plantage startete. Er könne sich nicht mehr genau erinnern, wann genau er angefangen habe. Seine Frau habe die Buchhaltung gemacht, erklärte der Angeklagte „Sie war das Gehirn in unserer Familie.“

„Habe einfach losgelegt, am Ende war alles Müll“

Der Angeklagte lieferte auch noch eine andere Erklärung, warum er mit der Cannabis-Plantage startete: „Wir mussten die Heizung auf Fernwärme umstellen, das hätte 25.000 bis 30.000 Euro gekostet. Viele Mieter konnten ihre Miete aber nicht zahlen. Ich habe ihnen geholfen, war selbst aber finanziell überfordert“, so Enis C.

+++ Duisburg: Vater (43) hält Kinder wie Sklaven – einem droht er sogar mit dem Tod +++

Die Cannabis-Plantage sei ein kläglicher Versuch gewesen, dagegen anzukämpfen. Mit Youtube-Videos legte er los, häufte am Ende 45 Anzuchtkästen für die Cannabis-Pflanzen und verschiedenen Dünger an. „Ich habe einfach losgelegt. Aber am Ende war alles Müll. Ich habe es einfach entsorgt.“ >>> hier mehr zum Fall

 
 

EURE FAVORITEN