Duisburg

Duisburg: Widerstand gegen A59-Ausbau – Anwohner sehen nur noch einen Ausweg

Die A59 achtspurig ausgebaut. (Archivbild)
Die A59 achtspurig ausgebaut. (Archivbild)
Foto: Roland Weihrauch/dpa

Duisburg. Die A59 soll achtspurig werden, daran wird wohl kein Weg vorbeiführen. Die Autobahn, die durch Duisburg führt, wird an den Stadtteilen Hamborn und Meiderich pro Fahrtrichtung drei Spuren erhalten plus jeweils einen Standstreifen. Doch den Anwohnern ist dieser Plan absolut nicht recht. Darum wollen sie diesen vereiteln.

Die Anwohner hatten auf den Tunnel gehofft, der dafür gesorgt hätte, dass ein Großteil der Autos auf der A59 unterhalb von Duisburg durchrollen würde anstatt über die drei bereits heute vorhandenen Brücken. Doch der Bund und auch Straßen.NRW haben sich für die Hochstraße entschieden.

A59-Ausbau in Duisburg: Anwohner sehen nur noch eine Möglichkeit

Ein Tunnel sei nicht möglich, da er so tief gebaut werden müsste, dass die Autobahnkreuze und die Anschlussstellen nicht mehr verbunden werden könnten.

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Zudem sei eine Erneuerung der Brücken und der obererdige Ausbau günstiger als ein Tunnel und die Bauzeit deutlich kürzer.

Doch den Anwohnern passt diese Entscheidung ganz und gar nicht. Sie und auch die Stadt Duisburg selbst hatten sich für einen Tunnel oder eine ähnliche Lösung ausgesprochen. Alleine der städtebauliche Aspekt spiele ein ausschlaggebende Rolle. Denn bei einem obererdigen Ausbau würde eine 'hässliche Trasse' mitten durch Duisburg führen.

Bürgerverein aus Meiderich ruft zum Widerstand auf

Zudem würden die Anwohner mit noch mehr Feinstaub belastet als es sowieso schon der Fall ist.

Deswegen ruft der Meidericher Bürgerverein zu drastischen Maßnahmen auf. Am 22. Januar gibt es im Landschaftspark Duisburg eine Informationsveranstaltung von Straßen.NRW, um über die Baumaßnahmen zu sprechen.

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Bei dieser Gelegenheit will der Bürgerverein gegen den obererdigen Ausbau demonstrieren. Auf der Seite ruft der Verein dazu auf, sich der Demo anzuschließen.

„Wir sollen vor vollendete Tatsachen gestellt werden, – und das unter dem Deckmantel 'Bürgerbeteiligung'. Wir lassen uns das so nicht gefallen und werden unsere Meinung kundtun! Der Ausbau der A59 auf acht Spuren als trennendes Brückenmonstrum quer durch Meiderich und Hamborn verursacht zusätzlichen Dreck und Lärm in unseren Stadtteilen. Das wollen wir nicht widerspruchslos hinnehmen!“

Berliner Brücke ist marode

Wie viel der Widerstand allerdings bringen wird, ist fraglich. Der geplante Ausbau soll ab 2026 beginnen. Und das muss er auch. Denn wie die Projektleiterin von Straßen.NRW, Anne Höckber, betont, wird die Berliner Brücke nicht mehr lange durchhalten.

Die Stahlbrücke hat viele Risse und muss spätestens 2029 aus dem Verkehr genommen werden. Höckber sagt dazu gegenüber der WAZ: „Man kann nur hoffen, dass sie bis 2029 durchhält.“

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Darum soll die A59 ausgebaut werden

  • Die A59 ist eine hochbelastete Nord-Süd-Achse im westlichen Ruhrgebiet
  • In einem aktuellen Verkehrsgutachten weist die A59 in diesem Abschnitt täglich zwischen 92.600 und 104.400 Fahrzeugen auf
  • Die querenden Autobahnen A42 und A40 sind mit täglich bis zu 105.700 Wagen (A42) bzw. 114.800 Fahrezeugen (A40) ebenfalls sehr hoch belastet
  • Die verknüpfenden Autobahnkreuze Duisburg-Nord und Duisburg sind dementsprechend überlastet und zum Teil in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt

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Kosten belaufen sich auf 1,1 Milliarden Euro

Der achtspurige Ausbau wird rund 1,1 Milliarden Euro kosten. Veranschlagt waren 333 Millionen. Allerdings sei das noch die günstigere Alternative. Der Tunnelausbau würde sich auf rund 1,6 Milliarden belaufen.

Bleibt abzuwarten, ob der Widerstand des Meidericher Bürgervereins noch etwas bewegen kann. Oder ob die Bürger wirklich vor vollendete Tatsachen gestellt werden. (fb)

 
 

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