Duisburg und Fort Lauderdale wollen Partnerschaft im März besiegeln

Alfons Winterseel
Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida wird neue und damit achte Partnerstadt von Duisburg.
Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida wird neue und damit achte Partnerstadt von Duisburg.
Foto: GREATER FORT LAUDERDALE CONVENTION & VISITORS BUREAU
In diesem Monat soll die Städtepartnerschaft von Duisburg mit Fort Lauderdale unterschrieben werden. Sie geht zurück auf die Initiative des Verbands der Deutsch-Amerikanischen Clubs. Eine erste Duisburger Schule war übrigens schon dort.

Duisburg. In diesem Monat soll die Städtepartnerschaft mit Fort Lauderdale im US-Staat Florida unterschrieben werden.

Obwohl sie die jüngste Partnerschaft ist, geht sie auf die Initiative eines Verbandes zurück, dessen Wurzeln bis in die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg reichen: Dem „Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs“. Aus dem ursprünglichen Ziel, Kontakte zwischen der deutschen Bevölkerung und dem in Süddeutschland stationiertem amerikanischen Militär zu schaffen, ist heute in vielen Fällen eine Plattform geworden, die vor allem Schülern und Studenten zu Besuchen diesseits und jenseits des „großen Teichs“ verhilft.

"Das sollten wir tun!"

Zum Verband gehört der Deutsch-Amerikanische Freundeskreis Niederrhein, dessen Präsident seit dem vergangen Jahr der Duisburger Rechtsanwalt und Unternehmensberater Karl-Heinz Thor ist. Im Gespräch mit der WAZ erläuterte er den Werdegang der jüngsten Städtepartnerschaft Duisburgs, die nicht unumstritten ist: Nicht wegen der Partnerschaft mit einer amerikanischen Stadt, sondern wegen der finanziellen Lage, in der sich die Stadt befindet. Und die, so die Kritiker, erlaube keine weitere Städtepartnerschaft, das nötige Geld könne woanders sinnvoller eingesetzt werden.

„Eigentlich wäre die Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Amerika vor den Partnerschaften mit San Pedro Sula und Perm dran gewesen“, erklärt Karl-Heinz Thor. Im Jahr 2004 habe seine Frau für ihre Arbeit als Präsidentin des Verbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs das Bundesverdienstkreuz von Oberbürgermeister Sauerland überreicht bekommen. „Sie hatte damals den OB gefragt, warum es keine Partnerschaft mit einer amerikanischen Stadt gebe. Die Idee fand der OB logisch und er sagte: ,Das sollten wir tun!’“

Hilfe von Sponsoren

Zunächst, so Thor, sei eine Partnerschaft mit New Orleans geplant gewesen. „Doch nach dem Hurrikan Katharina hatte die Stadt dort andere Probleme. Sie haben nicht einmal auf unser Schreiben geantwortet. Der Oberbürgermeister kam dann auf die Idee, Kontakt mit Fort Lauderdale aufzunehmen und bat uns um Hilfe.“ Vor sechs Jahren wurden die ersten Kontakte mit der Hafenstadt in Florida aufgenommen. 2009 kam die positive Antwort von dort. „Wir haben als deutsch-amerikanischer Freundeskreis erklärt, dass wir die Stadt aktiv unterstützen werden.“

Dass man bei der Planung der Partnerschaft seitens der Stadt vollmundig erklärte, die Partnerschaft mit Fort Lauderdale würde - bis auf die Reisekosten der Delegation - mit Hilfe von Sponsoren finanziert, kommt nicht von ungefähr: Karl-Heinz Thor ist Unternehmensberater und Präsident des Instituts für Betriebsberatung, Wirtschaftsförderung und -forschung mit Sitz in Bonn. Auch er gibt sich zuversichtlich, was den Einsatz von Sponsoren angeht, da viele Firmen Kontakte zu den USA unterhalten.

„Fort Lauderdale hat schon 16 Partnerstädte"

„Meine Frau und ich hätten es gerne gesehen, wenn der Städtepartnerschafts-Vertrag in Duisburg unterschrieben worden wäre“, so Thor. Doch damit hatte man in Fort Lauderdale Probleme: „Fort Lauderdale hat schon 16 Partnerstädte. Und alle Verträge wurden dort unterzeichnet. Da konnte man keine Ausnahme machen. Aber es wurde Unterstützung bei der Unterbringung versprochen.“

Eine erste Duisburger Schule war übrigens schon in Fort Lauderdale: Zehn Schüler der Globus-Schule am Dellplatz berichteten dem deutsch-amerikanischen Freundeskreis von ihrer Reise dorthin. „Sie waren begeistert.“ Die Organisation der Reise der Duisburger Delegation wird vor Ort vom „Sister Cities Club“ organisiert. Geplant sind Besuche in Schulen und in der Universität. „Auch der Rektor der Universität Duisburg-Essen wäre eigentlich gerne mitgefahren, ist aber zur gleichen Zeit in Nordamerika unterwegs.“ Ziel ist auch der Austausch von Studenten. Neben dem Besuchsprogramm, das die Städtepartnerschaft mit Leben erfüllen soll, ist laut Karl-Heinz Thor auch eine Partnerschaft zwischen den beiden Häfen, Fort Lauderdale und Duisport, geplant.