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Duisburg: Steigende Armut und Ukraine-Flüchtlinge – Tafel-Chef schlägt Alarm!

Menschenhandel: Polizeigewerkschaft fordert "Schutzzonen" für Kriegsflüchtlinge an Bahnhöfen

Um ukrainische Flüchtlinge vor Menschenhändlern und Sexualstraftätern zu schützen, fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Einrichtung von "Schutzzonen" in den Bahnhöfen. Die Bundespolizei habe festgestellt, dass Kriminelle sehr gezielt auf junge Frauen und Kinder zugingen, bevor die Beamten überhaupt in Kontakt mit den Flüchtlingen kämen.

Duisburg. 

Die Tafel in Duisburg ist Anlaufpunkt für viele Bedürftige, die kaum Geld haben, um sich frische Lebensmittel aus Supermärkten oder Discountern zu kaufen. Vor allem Rentner, Arbeitslose und Sozialhilfe-Empfänger, aber auch Flüchtlinge bilden lange Warteschlangen, um an günstiges Essen zu kommen.

Wegen der anziehenden Inflation und auch wegen des Ukraine-Kriegs steigen aber die Lebensmittelpreise weiter, eine Entspannung ist nicht in Sicht. Jetzt schlägt der Tafel-Chef aus Duisburg Alarm, denn: Immer mehr Ukraine-Flüchtlinge werden Kunden der Tafel, die mehr denn je auf Spenden angewiesen ist!

Duisburg: Zahl der Ukraine-Flüchtlinge steigt – Tafel-Chef schlägt Alarm!

Im Gespräch mit DER WESTEN kommt Tafel-Chef Günter Spikofski (62) schnell auf den Punkt, sagt: „Wir haben es schon seit Beginn der Corona-Pandemie schwieriger, an Lebensmittel zu kommen. Die Zahl der Kunden ist gewachsen. Wir konnten aber noch auf unsere Vorräte zurückgreifen, haben so noch mengenmäßig zubuttern können. Doch unsere Lebensmittelvorräte schmelzen dahin.“

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Das ist die Stadt Duisburg:

  • frühste schriftliche Erwähnung im Jahr 883
  • fünftgrößte Stadt in NRW, besteht aus sieben Stadtbezirken, hat rund 496.000 Einwohner (Stand: Dezember 2020)
  • Duisburger Hafen gilt als größter Binnenhafen der Welt
  • fast ein Drittel des in Deutschland erzeugten Roheisens stammen aus den acht Duisburger Hochöfen
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Landschaftspark Duisburg-Nord, Tiger & Turtle – Magic Mountain, Sechs-Seen-Platte
  • Oberbürgermeister ist Sören Link (SPD)

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Zwar sei ein erneuter Aufruf an Duisburger Unternehmen und Organisationen zum Spenden gut angelaufen. Doch parallel steigt wegen des Ukraine-Kriegs auch die Zahl an Flüchtlingen, die regelmäßig zur Tafel kommen, um sich mit Essen zu versorgen. Spikofski rechnet vor: „Wir hatten 2021 pro Woche durchschnittlich 30 bis 50 neue Anmeldungen. Das ist schon jede Menge. Aktuell haben wir aber sogar rund 70 Neuanmeldungen pro Woche. Und unter ihnen sind immer mehr Ukraine-Flüchtlinge.“

Duisburg: Tafel braucht auch Ehrenamtliche – „Was nützen uns Millionen Euro ohne Helfer?“

Seine Tafel habe noch eine „Schonfrist“ von zwei Wochen, um dem Ansturm gerecht zu werden. So lange würden Neuankömmlinge seiner Erfahrung nach brauchen, um sich in Deutschland erstmals zu orientieren und den Weg zur Tafel zu finden. Doch was passiert danach? Spikofski appelliert: „Wir hoffen jetzt mehr denn je auf Duisburger Spender. Sie haben uns in der schweren Corona-Zeit und auch nach der Flüchtlingsbewegung 2015 wunderbar unterstützt. Es wäre den Bedürftigen hier zu wünschen, dass jeder seine Portion bekommt.“

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Öffentliche Gelder der Stadt wolle der Geschäftsführer nicht, im Gegenteil: „Die Stadt ist gut beraten, das vorhandene Geld in die Unterbringung der Flüchtlinge zu stecken. Denn auch das brauchen die Menschen aus der Ukraine, die hier neu ankommen.“

Eines aber sei für die Tafel noch wichtiger als Geld. Spikofski redet ohne Umschweife: „Was nützt es uns, wenn wir Millionen Euro auf dem Konto hätten, uns aber ehrenamtliche Helfer fehlen, die das Tagesgeschäft zum Laufen bringen? Gar nichts. Deshalb brauchen wir Ehrenamtliche, die bereit sind, hier tatkräftig zu helfen und anzupacken.“

Wer der Tafel Duisburg finanziell unterstützen will, kann das über das Spendenkonto mit der IBAN DE 61 3505 0000 0200 2201 50 machen. Auch Dinge des täglichen Bedarfs wie Duschgel, Shampoo und Hygieneartikel können der Tafelverwaltung in der Gelderblomstraße in Meiderich gebracht werden. Von dort werden sie an die einzelnen Tafelausgabestellen verteilt.