Duisburg

Duisburg: Baby „Mia“ – Können die Ermittler mit DIESEM Schritt das Schicksal des toten Kindes lösen?

Mitte November 2018 wird in Polen eine Babyleiche in einer Altkleidersortieranlage gefunden. Die Spur führt nach Duisburg. Noch immer ist unklar, wer die Mutter der kleinen "Mia" ist.

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Duisburg. Dieser Fall machte eine ganze Stadt betroffen und ging selbst hartgesottenen Ermittlern an die Nieren!

Mitte November des vergangenen Jahres wurde in Polen in einer Altkleidersortieranlage der Leichnam eines Säuglings gefunden. Die Polizei gab dem toten Kind den Namen „Mia“. Die Spur führt zu einem Altkleidercontainer nach Duisburg.

Duisburg: Fall des toten Baby Mia noch immer ungeklärt

Trotz vieler Hinweise und einer aufwendigen Suche fehlt auch neun Monate später eine heiße Spur zur Mutter des toten Babys.

Dabei schien der Fall schnell geklärt. Am 30. November fanden die Ermittler bei einer Wohnungsdurchsuchung in Duisburg eine Babyleiche - eingewickelt in blutige Laken und Plastiktüten. Die 36 Jahre alte Mutter wollte offenbar die Schwangerschaft vor ihrer Familie verheimlichen. Nach der Geburt soll sie ihr Kind erstickt haben, heißt es in der Anklage des am Mittwoch vor dem Duisburger Landgericht startenden Prozesses.

Mutter aus Duisburg muss sich vor Gericht verantworten

Die Frau, die bereits drei Kinder hat, muss sich dann wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Doch der Fall „Mia“ war durch den Fund einer zweiten Babyleiche nicht wie erwartet geklärt. Ein DNA-Abgleich brachte Gewissheit, dass es sich bei den beiden toten Säuglingen nicht um Zwillingsschwestern handelt. Die angeklagte Frau aus Duisburg ist also nicht die Mutter von Mia.

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Totes Baby „Mia“ in Duisburg: „Beutel“ bei der Leiche ist ein „Hamam-Handschuh“

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Das heißt: Bei der Duisburger Polizei laufen weiter die Ermittlungen im Fall „Mia“. Aktuell warten die Ermittler auf das Abschlussergebnis des sogenannten Isotopen-Gutachtens. Die endgültigen Ergebnisse des Münchener Labors sollen in einigen Wochen vorliegen. In das Gutachten setzen die Duisburger Polizisten einige Hoffnung. „Die Untersuchung gibt Aufschluss, wo die Mutter herkommt und wo sie beispielsweise lange gelebt hat“, erklärt Polizei-Pressesprecherin Jacqueline Grahl.

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So funktioniert eine Isotopenuntersuchung:

  • Isotope sind verschiedene Varianten eines chemischen Elements.
  • Chemische Eigenschaften sind nahezu gleich, Isotope unterscheiden sich dagegen in der Anzahl der Neutronen.
  • Es gibt verschiedene Varianten von Wasserstoff und Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff oder Blei.
  • Über Luft, Wasser und den Boden gelangen die Isotope dieser Elemente in den Nahungskreislauf.
  • Pflanzen und Lebewesen haben je nach Aufenthaltsort einen geografischen „Fingerabdruck“.

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Was im Fall von Baby „Mia“ für die Ermittler wichtig ist. Die Isotopenmuster von Mutter und Kind sind identisch. Mithilfe dieses Verfahrens können die Ermittler also den Personenkreis, aus dem die Mutter des Babys stammt, deutlich eingrenzen.

Hamam-Handschuh als weitere Spur

Doch bis das Ergebnis vorliegt, gehen die Duisburger Ermittler einer weiteren Spur nach. Zusammen mit der Leiche von Mia wurde ein Hamam-Handschuh gefunden. Die Polizei hat eine Firma in Bulgarien ausfindig gemacht, die solche Handschuhe vertreibt. Die Beamten haben die Firma kontaktiert.

Bislang ohne Antwort. „Im Rahmen des Rechtshilfeabkommens haben wir unsere Kollegen in Bulgarien gebeten dort weitere Ermittlungen anzustreben. Wir erhoffen uns dadurch, ein paar Antworten zu bekommen, wo der Waschhandschuh zum Beispiel vertrieben wird und welche Stoffe darin enthalten sind“, so Grahl.

„Aktenzeichen XY“ als letzte Möglichkeit

Sollten die Ermittler auch hier nicht weiterkommen, bliebe auch noch ein Auftritt in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. „Das kommt bei Kapitaldelikten in der Regel ganz am Ende in Frage, um nochmal neuen Input zu kriegen“, so Grahl. „Auch das haben wir im Kopf.“

Die Polizeisprecherin hofft nach wie vor auf Hinweise aus der Bevölkerung, und seien es noch so kleine. Denn sie und ihre Kollegen lässt Mias Schicksal nicht los: „Dieser Fall ist für uns eine Herzensangelegenheit. Wir wollen die Mutter finden und den Fall aufklären.“

 
 

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