Duisburg

Duisburg: Totes Baby in Plastiktüte gefunden - Erklärung der Mutter (36) macht fassungslos

Mitte November 2018 wird in Polen eine Babyleiche in einer Altkleidersortieranlage gefunden. Die Spur führt nach Duisburg. Noch immer ist unklar, wer die Mutter der kleinen "Mia" ist.

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Duisburg. Es ist ein Fall, der fassungslos macht und die Abgründe von Drogenkonsum auf traurige Weise deutlich macht.

Am Abend des 8. November nahm Corinna M. (36) noch eine Nase Amphetamin, wenig später brachte sie ihr Baby zur Welt. Jetzt steht sie vor dem Landgericht Duisburg.

Duisburg: Mutter bringt Baby zur Welt und versteckt es in Plastiktüten

Als Mitte November vergangenen Jahres in Polen ein Baby in einer Altkleidersortieranlage gefunden wird, dass von der Polizei den Namen „Mia“ bekommt, führt die Spur nach Duisburg. Hier durchsucht die Polizei am 30. November eine Wohnung in Rumeln – und macht einen entsetzlichen Fund.

In Plastiktüten und Laken eingewickelt, entdecken die Beamten im Schrank im Schlafzimmer von Corinna M. die Leiche eines Babys. Es ist - wie sich später herausstellt, nicht die Zwillingsschwester der in Polen gefundenen "Mia".

Mutter brachte Baby in Badewanne zur Welt

Die 36-jährige Angeklagte gestand am Mittwoch vor dem Duisburger Landgericht, das Baby am 8. November in der eigenen Badewanne zur Welt gebracht zu haben. Anschließend habe sie es eingewickelt, in Plastiktüten in ihrem Schrank verstaut und sei ihrem Alltag weiter nachgegangen.

Zuvor hatte sie die Schwangerschaft gegenüber ihrem, von ihr getrennt lebenden Lebensgefährten, ihren drei Kindern und ihren, im gleichen Haus lebenden Eltern geheim gehalten. „Ich habe zugenommen“, hatte die Angeklagte auf die Fragen nach einer Schwangerschaft geantwortet. Sie habe ursprünglich vor gehabt, dass Kind zur Adoption freizugeben und sich bereits in einer anonymen Schwangerschaftsberatung informiert.

„Das Infoblatt hing an der Pinnwand in der Küche", so die Angeklagte. Warum sie das letztlich nicht getan habe, auf diese Frage kann sie nur achselzuckend erwidern: „Ich weiß es nicht.“

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Amphetamine wie andere Kaffee

Vermutlich sind es die Drogen, die sie seit ihrem 16. Lebensjahr regelmäßig konsumierte, die ihr Verhalten irgendwie erklärbar machen. „Morgens nach dem Motto: Der eine trinkt Kaffee, der andere konsumiert Amphetamine“, fasst es Richter Schwartz zusammen. Fast jeden Tag habe sie ein, zwei Gramm Amphetamin genommen, erklärt die Angeklagte weitgehend regungslos. Ihr Lebensgefährte habe sie mit der Droge versorgt. Auch dann noch, als die beiden wegen andauernder Streitigkeiten nicht mehr zusammen wohnten.

Mutter: „Ich war mit der Situation überfordert“

Am Tag der Geburt hatte die dreifache Mutter bereits morgens ein, zwei Nasen Amphetamin genommen. Am Abend sei ihr Lebensgefährte vorbei gekommen, gemeinsam hätten sie erneut Drogen konsumiert. „Dann habe ich noch Fernsehen geschaut und bin schlafen gegangen“, erzählte die Angeklagte. In der Nacht habe sie starke Unterleibschmerzen und Blutungen verspürt. Innerhalb von zehn, 15 Minuten habe sie in der Badewanne das Kind zur Welt gebracht. Das Kind habe sie in Bettlaken gepackt und in mehreren Plastiktüten im Schrank ihres Schlafzimmers verstaut. Zuvor habe sie den Mutterkuchen die Toilette heruntergespült.

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„Ich war mit der Situation überfordert“, so die Mutter. Das Kind sei blau angelaufen gewesen und habe keine Lebenszeichen von sich gegeben, so die Angeklagte.

Gutachter sicher: Kind lebte

Das Gericht muss nun klären, wie das Kind zu Tode gekommen ist. Die 36-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Doch ein toxikologisches Gutachten legt nahe, dass das Baby nicht wie angeklagt durch Ersticken gestorben ist, sondern in Folge des Drogenkonsums der Mutter. Der könnte zu einer hohen Konzentration der Amphetamine im Körper des Säuglings geführt haben, so das Gutachten.

Anwesende Gutachter waren jedoch überzeugt, dass das Kind wenige Atemzüge gemacht habe und mit der richtigen ärztlichen Betreuung hätte überleben können - trotz des Amphetaminkonsums der Mutter.

Der Prozess wird fortgesetzt, wenn es der Zustand der gelernten Bäckerin erlaubt. Sie ist an Krebs erkrankt.

 
 

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