Duisburg: Stadt räumt Schrott-Häuser – so geht es mit den Mietern weiter

Duisburg: Die beiden Hochhäuser gelten als nicht sicher.
Duisburg: Die beiden Hochhäuser gelten als nicht sicher.
Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Hochhaus in Duisburg wegen eines desolaten Zustandes für Aufruhr sorgt. Häuser des Unternehmens Alto Mondo fielen schon in der Vergangenheit negativ auf.

Am Mittwochabend hat die Stadt zwei Häuser auf der Wetzlaer Straße 33 und 39 in Duisburg-Meiderich wegen „gravierender baulicher Mängel“ geräumt, teilte die Stadt mit.

Duisburg: Gefahr für Mieter

Die beiden Häuser gewährleisteten nicht den Brandschutz, sodass daraus eine Gefahr für die Mieter ausgegangen war. Wegen einer durch die Stadt ausgesprochenen Nutzungsuntersagung mussten alle Mieter die Häuser der Altro Mondo Immobiliengruppe verlassen. Sie kamen in der Notunterkunft auf der Memelstraße unter.

Offiziell wohnten in der Hausnummer 33 zwölf Personen, in der Hausnummer 39 34 Personen. Tatsächlich hielten sich aber noch weitere Personen in den Häusern auf.

Ursprünglich anderes Problem machte Stadt aufmerksam

Zuvor hatten mehrere besorgte Mieter der Bauordnung der Stadt Duisburg mitgeteilt, dass wegen nicht bezahlter Stromrechnungen der Allgemeinstrom im Haus abgestellt worden sei.

Als Mitarbeiter der Stadt die beiden Häuser aufsuchten, konnten sie zwar wieder für Strom sorgen, stellten dabei jedoch noch andere Probleme fest: Im gesamten Gebäude waren die Versorgungsschächte nicht verschlossen, sodass sich in einem Brandfall in wenigen Minuten Rauch im ganzen Haus ausbreiten würde.

Vermieter sorgten sich nicht

Schon im März hatte die Stadt Duisburg alle Besitzer von Hochhäusern darüber informiert, dass in ihren Immobilien ein entsprechender Brandschutz bestehen müsse. In den beiden Häusern auf der Wetzlaer Straße war daraufhin offensichtlich nichts passiert.

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Nur einen Tag nach der Räumung der beiden Häuser stellte die Stadt Duisburg am Mittwochmittag dann fest, dass auch in dem Haus auf der Wetzlaer Straße 31 „gravierende Mängel“ vorliegen würden. Eine beauftragte Elektrofirma kam zu dem Entschluss, dass der Notstromdiesel nicht betriebsbereit sei. Die Sicherheitsbeleuchtung würde damit im Notfall nicht funktionieren.

Außerdem bot sich in dem Haus die gleiche Problematik wie in den beiden am Vortag geräumten Nachbarhäuser. Die Elektroschächte verfügten nicht über die notwendige Brandschutztrennung.

Das ist Altro Mondo:

  • Führt Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz
  • Gründung im Jahr 2004
  • Werbespruch: „Schöner Wohnen mit Altro Mondo!“

Bewohner können Notunterkunft aufsuchen

Hinweiszettel an den Häusern auf der Wetzlaer Straße teilen den Bewohnern derzeit mit, dass es auf der Memelstraße eine Notunterkunft gibt.

27 Menschen wurden in der Unterkunft untergebracht und werden dort betreut.

Mieterbund erhebt schwere Vorwürfe

Der Mieterbund erhebt schwere Vorwürfe gegen das Immobilienunternehmen.

Viele Menschen in den Schrott-Häusern würden von Sozialleistungen leben. „Sie machen den wenigsten Ärger“, erklärt Peter Heß vom Mieterschutzbund gegenüber der WAZ. Die Menschen seien oft nicht in der Lage, sich zu wehren. Das Gehöre zum Kalkül des Immobilienunternehmens.

Altro Mondo äußerte sich nicht zu den Zuständen. (nk)

 
 

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