Duisburg soll wieder Musical-Stadt werden

Thomas Becker
Das Theater am Marientor in Duisburg soll wieder ein reines Musical-Theater werden.  Foto: Tanja Pickartz
Das Theater am Marientor in Duisburg soll wieder ein reines Musical-Theater werden. Foto: Tanja Pickartz
Foto: Tanja Pickartz / far

Duisburg. Zurück auf Anfang: Aus dem ehemaligen Musical-Theater am Marientor könnte ab 2012 wieder ein neues Musical-Theater werden. Der neue Betreiber Wolfgang DeMarco will das Stück „Roter Mond - Das Brave Heart Musical“ zeigen.

Duisburg soll wieder zur Musical-Stadt werden. Nachdem der Aufsichtsrat der Gebag-Tochter DBV den Verkauf des Theaters am Marientor inzwischen abgesegnet hat (wir berichteten), könnte aus dem ehemaligen Musical-Theater ab 2012 wieder ein neues Musical-Theater werden.

So plant der Wiener Musicalbetreiber Wolfgang DeMarco, das Musical „Roter Mond - Das Brave Heart Musical“, bekannt nach dem Mel-Gibson-Film, ab 2012 in Duisburg zu zeigen. Eine Liebesgeschichte, die zuerst in Bremen uraufgeführt werden sollte, dort aber offenbar aus finanziellen Gründen scheiterte.

Kaufpreis von vier Mio Euro

Wie berichtet, soll das 1995 für das Stella-Musical erbaute Theater an der Plessingstraße an die Dresdner Immobilienfirma WOGISA verkauft werden. Darüber muss allerdings im Dezember noch der Rat der Stadt entscheiden. Sowohl WOGISA-Geschäftsführer Hans-Peter Fritsch als auch die Gebag bestätigten bereits vor einigen Tagen, dass man sich geeinigt habe. Dabei war von einem Kaufpreis von vier Mio Euro die Rede. Über vertragliche Ergänzungen entschied am Mittwoch noch der Aufsichtsrat der Duisburger Bauverwaltung (DBV). Weitere Details will der Aufsichtsrat der Gebag derzeit noch nicht bekannt geben.

Das Wohn- und Gewerbe-Unternehmen WOGISA, das bereits vor Jahren für ein Renditeobjekt in Duisburg warb, war sich nach Aussage von Hans-Peter Fritsch bereits seit längerer Zeit mit der Gebag über einen Kauf des Gebäudes einig, vom dem sich die Stadt per Ratsbeschluss schon 2007 trennen wollte. Doch mehrere finanzielle Angebote, darunter vom Musicalbetreiber SMG, wurden von der Stadtspitze und OB Adolf Sauerland nicht akzeptiert. Stattdessen erhielt die Duisburg Marketing Ge-sellschaft den Auftrag, das Theater bis Ende 2011 zu vermarkten. Zahlreiche Gastspiele mit prominenten Musikern und Bühnen, die an einer Be-spielung der neuen Mercatorhalle kein Interesse hatten, sorgten - so DMG-Chef Uwe Gerste - für einen relativ geringen Zuschussbedarf für das Theater. Am 18. November 2011 endet allerdings die Vermarktungshoheit der DMG.

Blockadepolitik

Beteiligt an dem Verkauf des Theaters an die WOGISA ist auch der Musicalbetreiber Wolfgang DeMarco, der in der Musical-Szene auch als Darsteller bekannt ist, und der mit seiner Firma Gentry Entertainment bereits vor Jahren Interesse an einem Kauf des Musicaltheaters äußerte und der Stadt Angebote machte. Gegenüber der WAZ hatte DeMarco damals DMG-Chef Uwe Gerste beim Verkauf des Gebäudes eine Blockadepolitik vorgeworfen und eine Missachtung des entsprechenden Ratsbeschlusses.

Wie Gerste betont, habe vor allem OB Sauerland nun den Verkauf des Theaters vorangetrieben. Gerste bezeichnete es als „sehr mutig“, angesichts der aktuellen Entwicklung in der deutschen Musical-Szene auf ein neues Musical in Duisburg zu setzen. Ansonsten dürften, so Gerste, viele Kulturveranstalter in Zukunft einen Bogen um Duisburg machen, da das Theater am Marientor für Gastspiele nicht mehr zur Verfügung stehe. Wie Gerste betont, stehe noch nicht fest, was mit den im TaM derzeit beschäftigten Mitarbeitern geschieht. Auf keinen Fall werde man diese dem neuen Musicalbetreiber unentgeltlich zur Verfügung stellen.