Duisburg

Duisburg: Senioren im Heim seit Wochen ohne Kontakt zu den Liebsten – „sehr schwierig“

Duisburg: Einrichtungen für Senioren dürfen unter strengen Regelungen wieder Besucher empfangen. (Symbolbild)
Duisburg: Einrichtungen für Senioren dürfen unter strengen Regelungen wieder Besucher empfangen. (Symbolbild)
Foto: imago images / imagebroker

Duisburg. Seit dem 10. Mai dürfen einige Seniorenzentren unter strengen Regeln wieder Besucher empfangen. „Alle haben sehnsüchtig darauf gewartet“, weiß Aline Wybranietz, Projekt- und Quartiersmanagerin im Sozialwerk St. Georg.

Sie weiß, wie die hart Situation für die Bewohner in Duisburg ist, denn wegen der Coronafälle im Heim bleiben die Türen für Besucher hier vorerst noch geschlossen. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Duisburg: Zeit ohne Besuch „sehr schwierig“

„Gerade für Menschen mit Demenzerkrankung war es schwierig, sind sie doch besonders auf den Kontakt zu ihren Angehörigen angewiesen“, sagt Wybranietz.

„Sie verstehen die Notwendigkeit der Corona-Einschränkungen wegen ihrer kognitiven Beeinträchtigungen nicht immer und fragen sich, wo ihre Tochter oder ihr Sohn bleiben.“

Ähnlich erlebt es auch Peter Leuker, Geschäftsführer der Evangelischen Altenhilfe in Duisburg. Die Krise sei eine große Belastung für Mitarbeiter und Senioren. „Nicht alle gewohnten Routinen sind momentan möglich.“

„Zusätzliche Belastung“ für Pflegeheime

Schwierig sei zudem, dass Verordnungen oft extrem kurzfristig umzusetzen seien, etwa die Lockerung des Besuchsverbots zum Muttertag. „Auch die Versorgung mit Schutzmaterial könnte besser sein. Das sind zusätzliche Belastungen für alle Beteiligten.“

Er versucht, die positiven Seiten zu sehen. „Wir erleben sehr viel Kreativität und Solidarität. Zum Beispiel entdecken unsere Senioren moderne Kommunikationsformen und bleiben durch Videotelefonie im Kontakt zu ihren Angehörigen.“ Hilfreich seien Geduld und Verständnis für die aktuelle Situation, Leuker freut sich über derzeit regen Zuspruch für seine Mitarbeiter.

Wegen Coronafällen in Demenz-Wohngemeinschaften in Duisburg kein Besuch möglich

Auch die Pfleger beim Sozialwerk St. Georg bemühen sich noch mehr als sonst um das Wohlergehen der Senioren. Vor allem, seit Bewohner am Coronavirus erkrankten und sie isoliert werden mussten. Inzwischen seien sie auf dem Weg der Besserung.

Allerdings ist dort, wo wegen des Erregers Quarantäne verordnet wurde, noch immer kein Besuch möglich – wie eben derzeit in Duisurg.

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Coronafälle in Demenz-Wohngemeinschaften in D

„Manche Senioren reagierten auf die Maßnahme resignierter als andere“, sagt Wybranietz. Für Ablenkung und ein Lächeln im Gesicht haben zu dieser schwierigen Zeit auch ehrenamtliche Chor- und Drehorgelkonzerte gesorgt. „Die Senioren schauten aus den Fenstern zu, haben mitgeklatscht oder getanzt.“

Noch größer war die Freude in den Wohngemeinschaften in Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn, die bereits wieder Angehörige treffen dürfen. Wybranietz: „Wir müssen natürlich sehr darauf achten, dass wir keine Ansteckungsmöglichkeiten zulassen. Das heißt, die Besuche sind stark reglementiert.“

Kein gewöhnlicher Alltag im Demenzkompetenzzentrum

Trotzdem bedeuten diese Lockerungen für die Bewohner eine Rückkehr in ein gewisses Maß an Alltag in den Demenzkompetenzzentren, jedoch anders als vor der Krise.

„Derzeit können wir nur zuversichtlich in die Zukunft schauen und das Beste aus der Situation machen. Alle Mitarbeiter geben Alles für die Bewohner“, sagt Wybranietz. (vh)

 
 

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