Duisburg

Duisburger teilt ein Foto von Polizisten, die verkehrt herum durch eine Einbahnstraße fahren – das hat jetzt Konsequenzen!

Frank Knott machte den Schnappschuss der Beamten, die entgegen der Fahrtrichtung unterwegs waren. DER WESTEN hat das Bild nachträglich gepixelt.
Frank Knott machte den Schnappschuss der Beamten, die entgegen der Fahrtrichtung unterwegs waren. DER WESTEN hat das Bild nachträglich gepixelt.
Foto: privat
  • Duisburger sieht, wie ein Polizeiauto verkehrt herum durch eine Einbahnstraße fährt
  • Er macht ein Foto und teilt es auf Twitter und Facebook
  • Jetzt hat er eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz am Hals

Duisburg. Ein Duisburger beobachtet, wie ein Polizeiauto verkehrt herum durch eine Einbahnstraße fährt. Er schießt ein Foto von der Situation und teilt dieses dann in Sozialen Netzwerken - unter anderem bei Facebook und Twitter. Jetzt hat er jetzt Ärger mit der Staatsmacht.

Was war passiert? Frank Knott, Chef des Helfen e.V., war in einem Restaurant essen und kurz draußen rauchen, als ihm ein Polizeiauto auffällt, das in der Einbahnstraße in der Augustastraße in die falsche Richtung fährt.

Duisburger macht Foto von Polizist - und hat jetzt Ärger

Er wundert sich, zückt sein Handy und knipst ein Foto. Das finden die Beamten aber nicht lustig und fordern ihn auf, das Bild zu löschen. Sie drohen mit Konsequenzen, falls er das Bild veröffentliche, berichtet Knott DER WESTEN.

„Hatte ich nicht vor, werde ich aber machen“, war Knotts Antwort. Die Konsequenzen sind jetzt für den Duisburger in Form einer Strafanzeige eingetroffen - wegen Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz ist er zu einer Vernehmung vorgeladen.

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Anwalt eingeschaltet

Knott vermutet, die Anzeige sei eine Retourekutsche der Polizei. Er hat seinen Anwalt eingeschaltet, der jetzt die Akte von der Staatsanwaltschaft anfordern will. „Dann werden wir mal schauen,“ sagt Rechtsanwalt Dirk Heckmann.

Der Anwalt ist selbst Hobbyfotograf und sieht dem Ganzen gelassen entgegen: „Meiner Einschätzung nach ist der Polizeibeamte auf dem Bild nicht eindeutig erkennbar.“

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„Ziemlich unsouverän“, findet Heckmann das Vorgehen der Beamten und erklärt, dass es sich bei der Strafanzeige um ein Antragsdelikt handelt. Das heißt, es muss ein Strafantrag seitens des Polizisten oder des Dienstvorgesetzten gestellt worden sein.

Das sagt die Polizei

„Ein Foto einer solchen Situation ist selbstverständlich erlaubt, um es beispielsweise für eine Beschwerde zu verwenden,“ so Polizeisprecher Ramon van der Maat. Er mahnt an: „Hier hat der Bürger allerdings auch ein Foto des Fahrers gemacht und bei Facebook veröffentlicht. Dabei gilt auch für Polizeibeamte das Recht am eigenen Bild aus dem Kunsturhebergesetz.“

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Vor allem Portrait- oder Nahaufnahmen, bei denen das Gesicht klar zu erkennen ist, sind problematisch. Ob das in Duisburg der Fall ist, muss wohl am Ende ein Richter klären.

Im schlimmsten Fall droht Knott eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Auch zivilrechtliche Schritte könnten dem Duisburger Fotografen noch Ärger bereiten.

 
 

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