Duisburg

Duisburg: Vorbestrafter Kinderschänder auf Anklagebank – plötzlich ertönt Alarm aus Gerichtssaal

Duisburg: Ein Alarm aus Gerichtssaal 201 sorgte kurz für Aufregung.
Duisburg: Ein Alarm aus Gerichtssaal 201 sorgte kurz für Aufregung.
Foto: dpa/DER WESTEN

Duisburg. Tut, Tut, Tut! Alarm in der Wachtmeisterei! Ein halbes Dutzend Uniformierte sprinten die Treppe hoch Richtung Saal 201 des Landgerichts in Duisburg. Will hier ein vorbestrafter Sexualstraftäter fliehen?

Duisburg: Alarm im Gerichtssaal

Nein, falscher Alarm. Eine Schöffin war offenbar versehentlich an den Notknopf gekommen. Der Prozess gegen einen vorbestraften Kinderschänder war zu diesem Zeitpunkt gerade für ein Rechtsgespräch unterbrochen.

Und der Angeklagte machte keine Anstalten zu fliehen. Im Gegenteil: er zeigte sich zu Prozessbeginn geständig. Christian S. (42) aus Duisburg sitzt bereits wegen schwerem sexuellem Missbrauch eine vierjährige Gefängnisstrafe ab - die Zeit in Haft dürfte nun noch länger werden.

Missbrauchstaten von 1994 bis 2014 angeklagt

Der vorbestrafte Sexualstraftäter sitzt am Mittwoch mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank, die Arme hat er über den Kopf verschränkt. Der Mann aus Duisburg sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Die Anklageschrift wirft ihm drei Missbrauchstaten zwischen 1994 und 2014 vor.

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Vergewaltigungen auf Arbeitsstelle

Er soll im Sommer 1994 oder 1995 sich mit dem Geschlechtsteil auf das Gesicht eines damals 7- oder 8-jährigen Mädchens gelegt haben. An einem weiteren Mädchen, mit deren Eltern der Angeklagte befreundet war, verging er sich beim Fernsehschauen und als er sie ins Bett brachte, heißt es in der Anklage.

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Der dritte Missbrauch wiegt am schwersten. Ein Mädchen, damals zwischen 12 und 14 Jahren, vergewaltigte er zweimal. Er tat das ausgerechnet auf seiner Arbeitsstelle, in einer Werkstatt eines Autohauses.

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So kämpft NRW gegen Kindesmissbrauch:

  • 2019 ist in NRW die Zahl der Fälle im Bereich Kinderpornografie im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 67 Prozent auf 2.359 gestiegen.
  • Die Aufklärungsquote lag 2019 bei 93,2 Prozent.
  • Seit Anfang 2019 wurde der Personaleinsatz im Bereich Kindesmissbrauchs- und Kinderpornografie-Ermittlungen nahezu vervierfacht, im Landeskriminalamt sogar verfünffacht.
  • Polizisten, die Videos mit kinderpornografischem Material oder Inhalten zu sexuellem Kindesmissbrauch sichten und auswerten, bekommen eine Zulage von 300 Euro monatlich.

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Mann lockte Kinder mit Süßigkeiten und Cola

Der Mann, der für Kinder in der Vergangenheit immer wieder Süßigkeiten und Cola kaufte und sie so für sich gewann, räumte die Taten in einer Erklärung seines Verteidigers Nikolai Odebralski ein. Bereits in der Vergangenheit war der Angeklagte wegen kinderpornografischen Bildern und Kindesmissbrauch verurteilt worden. Ein Urteil im aktuellen Fall wird Ende Februar erwartet.