Oberhausen

Duisburg: Tränen-Geständnis! Mann (31) gesteht Missbrauch an Jungen und liefert unfassbare Erklärung

Duisburg. Christian A. aus Oberhausen soll einen Jungen monatelang missbraucht und zum Sex angeboten haben.
Duisburg. Christian A. aus Oberhausen soll einen Jungen monatelang missbraucht und zum Sex angeboten haben.
Foto: dpa/Marcel Storch; Montage: DER WESTEN

Oberhausen. Es ist ein Fall, der einen sprachlos zurücklässt!

Christian A. (31) aus Oberhausen steht seit Dienstag in Duisburg vor Gericht. Die Anklage: schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in 144 (!) Fällen. Die Anklage der Staatsanwaltschaft enthält noch einen weiteren grausamen Vorwurf. Demnach soll der Mann den Jungen in sechs Fällen zur Prostitution angeboten haben.

Duisburg: Mann aus Oberhausen soll Kind sexuell missbraucht haben

Zu Prozessbeginn gestand der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Taten, sprach aber von einvernehmlichem Sex. Er habe den damals 13-jährigen Pierre (Name von Redaktion geändert) kennengelernt, da er der Nachbar seiner Verwandten gewesen sei. „Ich war auf dem Geburtstag meiner Oma, da kam er vorbei und hat gratuliert“, berichtete über ihr erstes Kennenlernen.

Später habe man sich immer wieder gesehen, sei über das Computerspiel „Clash of Clans“ ins Gespräch gekommen. 2015 seien die beiden bereits so gut befreundet gewesen, dass sie gemeinsam in eine frei gewordene Wohnung im gleichen Haus wie die Eltern des Jungen und die Verwandten von Christian A. zogen. Später wohnten die beiden zusammen in Oberhausen.

Eltern des Jungen kümmerten sich nicht

„Der Mann versorgte ihn und war seine Bezugsperson“, so Sarah Bader, Sprecherin des Landgerichts Duisburg über das Verhältnis der beiden. Die Eltern sollen laut Staatsanwaltschaft den Erziehungsauftrag an den Angeklagten abgegeben haben.

Der Angeklagte selbst meint, sie hätten sich nicht gekümmert und stattdessen Tag und Nacht in Spielhallen verbracht. Er hingegen habe Pierre bei den Hausaufgaben geholfen und für ihn gesorgt. „Er war wie ein kleiner Bruder, ein Sohn für mich.“

Doch im Sommer 2017 kam es dann erstmals zu sexuellen Kontakt zwischen dem Jungen und dem Angeklagten. „Das gebe ich zu. Dazu stehe ich“, so der Angeklagte. Der Junge soll da bereits 14 Jahre alt gewesen sein. Der Oralverkehr sei nicht gegen den Willen des Jungen geschehen, betonte der Angeklagte.

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Man habe beim Kaffee mit der Familie des Jungen zusammengesessen, als das Gespräch auf eine mögliche Freundin und Selbstbefriedigung des Jungen fiel. Die Familienmitglieder hätten sich über den Jungen lustig gemacht.

Später habe Christian A. ihn darauf angesprochen und vorgeschlagen, man könne ja mal „dies oder das ausprobieren“.

Oberhausener soll Jungen monatelang missbraucht haben
Oberhausener soll Jungen monatelang missbraucht haben

Angeklagter: „Die Initiative ging meist von mir aus. Aber auch mal von ihm“

Der Junge soll zunächst abgelehnt, später doch eingewilligt haben. Es sei zum ersten Oralverkehr gekommen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es danach zweimal wöchentlich zu mehr oder weniger einvernehmlichem Oralsex kam. Auch zu Analverkehr soll es gekommen sein, gestand Christian A., der selbst von sich sagte, nur wenig sexuelle Erfahrung und noch keine feste Partnerschaft eingegangen zu sein.

„Die Initiative ging meist von mir aus. Aber auch mal von ihm. Es war meist relativ spontan, wenn wir auf der Couch lagen“, so der Angeklagte über die sexuellen Handlungen.

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31-Jähriger soll Jugendlichen fremden Männern zum Sex angeboten haben

Sie hätten einen Instagram-Kanal unter dem Namen des Jungen geführt. Um sich teure Xbox-Spiele oder Online-Mitgliedschaften leisten zu können, habe der hochverschuldete Angeklagte und der klamme Junge dubiose Angebote auf Instagram angenommen. Angefangen habe es mit Bilder des Jungen für einen Fuß-Fetischisten. Der soll dafür eine Amazon-Guthabenkarte versprochen haben.

„Wir haben viele solcher Nachrichten bekommen. Da hätte ich die Reißleine ziehen müssen“, so Christian A. Stattdessen soll er laut Staatsanwaltschaft den Jungen zum Sex angeboten haben.

Tatsächlich soll es zu mehreren Treffen mit zwei gesondert verfolgten Männern, darunter ein Fotograf aus Düsseldorf, gekommen sein. Dabei soll der Fotograf den Jungen nackt beim Onanieren im Park abgelichtet haben. Später soll es auch zu Sex gegen Geld gekommen sein. „Ich habe ihm gesagt: 'Mach nichts, was du nicht willst'“, so der Angeklagte. Das Geld hätten der Junge und der Angeklagte unter anderem in Xbox-Spiele investiert.

Tränen-Geständnis des Angeklagten

Doch in einem Fall soll der Angeklagte auch durch eine Jalousie Aufnahmen von sexuellen Handlungen des Jungen mit einem Freier gemacht haben. Warum, könne er nicht sagen. Spontan eben.

Nach einiger Zeit sei der Junge dann wieder zu seinen Eltern gezogen. „Er hat mich angerufen, dass er nichts zu Essen bekommt und es ihm schlecht geht. Das hat mein Herz zerrissen“, sagte der Angeklagte unter Tränen. Bis zuletzt hätten die beiden guten Kontakt gehabt und er sich um den Jungen gekümmert, so der vorbestrafte Mann. Die Staatsanwaltschaft spricht dagegen von einer „Zwangsbindung“, die der Angeklagte aufgebaut habe.

Im Juli 2019 ging der Junge dann zur Polizei. Seither sitzt Christian A. in U-Haft. Der Prozess wird fortgesetzt. Christian A. droht eine mehrjährige Haftstrafe. Auch eine Sicherungsverwahrung steht im Raum.

 
 

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