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Duisburg: Schwere Vorwürfe gegen Rapper – er soll seine Freundin auf die Intensivstation geprügelt haben

Clan-Kriminalität in Deutschland: Woher kommen die Clans und wie kriminell sind sie?

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Duisburg. Er gilt als Rap-Talent aus dem Ruhrgebiet, jetzt muss sich Mustafa O. (25) alias „Dahab“ vor dem Landgericht Duisburg verantworten.

Ruhig und unscheinbar sitzt der 25-Jährige auf der Anklagebank in Saal 201. In seinen Musikvideos geht es da schon härter zur Sache - von Kokain, Knast und der Neun Millimeter ist die Rede.

Auch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Duisburg haben es in sich: das Rap-Talent soll seine damalige Freundin geschlagen, gewürgt und vergewaltigt haben.

Duisburg: Rap-Talent prügelt, würgt und vergewaltigt laut Staatsanwaltschaft seine Ex-Freundin

Der 25-Jährige soll in der Beziehung immer wieder gewalttätig gegenüber seiner Ex-Freundin geworden sein – auch vor ihrem einjährigen Sohn habe er kein Halt gemacht.

Elf Anklagepunkte verlas der Staatsanwalt am Mittwoch in Duisburg und sprach von einer „Gewaltbeziehung“, in der Mustafa O. immer wieder geprügelt und zweimal auch sexuell über die Nebenklägerin hergefallen sein soll.

Bei einem Vorfall soll er seiner damaligen Freundin eine Deo-Dose auf den Kopf geschlagen, ihr ein anderes Mal mit dem Gürtel auf die nackte Haut gepeitscht haben.

Brennende Zigarette auf Nacken ausgedrückt

Einmal habe er eine Tür aus der Verankerung gerissen und auf seine Freundin geschleudert, heißt es in der Anklageschrift.

Die Tür verfehlte die junge Frau, doch seine wiederkehrenden Schläge taten das offenbar nicht. Auch als sie schon auf dem Boden gelegen habe, soll er an verschiedenen Tattagen weiter zugeschlagen und getreten haben, heißt es in der Anklage.

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Der Staatsanwalt sprach auch von einem Vorfall, bei dem der Angeklagte der Geschädigten eine brennende Zigarette auf ihrem Nacken ausgedrückt haben soll. Ein anderes Mal soll er ihr Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben.

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Trotz all der Gewalt sei es der Frau aus Oberhausen nicht gelungen, sich vom Angeklagten loszueisen. Noch unklar ist, ob auch die junge Frau gewalttätig war. „Das war keine Beziehung, das war Krieg“, sagte der Vater (48) des Angeklagten am Mittwoch am Landgericht in Duisburg über das Liebesleben seines angeklagten Sohnes. Sein Sprössling habe ihm zwei Narben an Schulter und Po gezeigt, sie sollen von Messerstichen seiner damaligen Freundin stammen.

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Kurios: Die Ex-Freundin habe sogar nach der Verhaftung im August vergangenen Jahres die Eltern des Angeklagten weinend aufgesucht, sagte der Vater aus. „Sie sagte, dass sie ihn immer noch liebt und Kinder von ihm will“, erklärte der Vater.

Weiter führte er aus, dass sein Sohn ein talentierter Fußballer und guter Schüler gewesen sei. Doch irgendwann habe er immer mehr „Dummheiten“ gemacht, gekifft – und ob er letztlich einen Hauptschulabschluss geschafft habe, wisse er gar nicht so genau.

Sicher ist, dass Mustafa O. wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geriet. 14 Vorstrafen belegen das. Statt dem Fußball wendete er sich zuletzt vermehrt der Rap-Musik zu und schien Talent mitzubringen. Im Label von Rap-Star und „4-Blocks“-Schauspieler Massiv unterschrieb er einen Vertrag. Doch im August 2020 klickten die Handschellen. Eine erneute Prügel-Attacke auf seine Freundin brachte ihn in U-Haft.

Zwei Vergewaltigungen sind angeklagt

Besonders schwer wiegt in der Anklage ein Fall, der sich im März 2020 zugetragen haben soll. Als der Angeklagte seine damalige Freundin einmal angetrunken aus einer Bar schleifte und ihr vorwarf, sie zu betrügen, soll es im Anschluss zu einer Vergewaltigung gekommen sein.

Die Frau kontaktierte daraufhin die Polizei, doch als die Beamten am nächsten Tag in der Wohnung eintrafen, wollte die Geschädigte plötzlich nichts mehr davon wissen und verleugnete die Anwesenheit des sich versteckt haltenden Angeklagten. Der habe es aber nicht etwa gedankt, sondern sie nach dem Verschwinden der Beamten so fest gewürgt haben, dass sie keine Luft mehr bekam. Anschließend soll er auf sie eingeschlagen und getreten haben, sodass sie mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt werden musste.

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Auch eine weitere Vergewaltigung sowie eine Misshandlung des einjährigen Sohnes der Geschädigten ist angeklagt. Als die junge Mutter im Juli 2019 einmal ihr Kind für zehn Minuten in der Obhut des Angeklagten gelassen habe, soll der dem Kleinen gegen den Kopf geschlagen haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Der Junge musste mit Verdacht auf Schädelbruch mehrere Tage stationär behandelt werden.

Duisburg: Angeklagter Rapper mehrfach vorbestraft

Der Rapper soll schon in einer vorherigen Beziehung gewalttätig gewesen sein. Er ist darüber hinaus unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Beleidigung und unerlaubtem Betäubungsmittelbesitz vorbestraft.

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Sein Song „Mehrfachtäter“ scheint Programm. In einer der kommenden Verhandlungstage will sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern, auch die Vernehmung seiner Ex-Freundin steht noch aus. Ein Urteil am Landgericht Duisburg soll Mitte März fallen.