Duisburg

Duisburg: Junge Mutter wird vergewaltigt – jetzt hat sie nur einen Wunsch

Janine S. mit einem Bilderalbum ihrer Tochter Melina.
Janine S. mit einem Bilderalbum ihrer Tochter Melina.
Foto: Marcel Storch/DER WESTEN

Duisburg. Traurig blickt Janine S.* (28) in das Fotoalbum mit Bildern ihrer Tochter.

Die Mutter aus Duisburg-Vierlinden kämpft seit fast zwei Jahren darum, ihre Tochter Melina zurückzubekommen. Bislang vergebens. Vom Jugendamt Duisburg, von dem sie sich eigentlich Hilfe versprochen hatte, fühlt sie sich im Stich gelassen. Doch die ganze Geschichte ist weitaus komplizierter.

Duisburg: Mutter kämpft um ihre Tochter

Was war passiert? Die junge Mutter bringt am 5. Februar 2018 die kleine Melina zur Welt. Es ist ihr viertes Kind. Die Kleine kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Glücklich kehrt die 28-Jährige mit ihrer Tochter aus dem Krankenhaus zurück.

Doch wenige Wochen später durchlebt sie Grausames: „Ich bin Opfer einer Vergewaltigung geworden“, sagt sie im Gespräch mit DER WESTEN. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. Ein Gerichtsverfahren steht noch aus.

Doch die Tat habe Spuren hinterlassen, sie letztlich Beruhigungsmittel genommen, erzählt Janine. Auch ein Umzug verbessert ihre Situation nur kurz. Sie entscheidet sich laut eigener Aussage für sich, dass sie in ihrem Zustand nicht ausreichend für Melina da sein kann und erst eine Therapie machen möchte.

Kind seit zwei Jahren bei Pflegeeltern

Sie übergibt das Neugeborene in eine Kurzzeitpflege. Sechs, vielleicht acht Wochen, dachte sie, könne Melina betreut werden, während sie in einer Therapie das Erlebte verarbeiten könne.

Doch aus wenigen Wochen sind inzwischen fast zwei Jahre geworden. Verantwortlich macht sie das Jugendamt Duisburg. „Sie haben von Beginn an nicht mit offenen Karten gespielt.“

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Im Juli 2018 fordert sie über einen Anwalt die Herausgabe ihrer Tochter. Seitdem ist ein Rechtsstreit entbrannt. Mehrere Versuche, ihr Kind über eine gerichtliche Entscheidung wieder zu bekommen, scheiterten. „Das Verfahren wird immer wieder verschleppt, es wird kein Beschluss gefasst“, kritisiert Dennis Engelmann vom Verein „Kinderseelenschützer“, der Janine unterstützt.

„Sie hat sich in einer verzweifelten Lage an Jugendamt gewandt, wollte nur das Beste. Jetzt hat sie mehr Probleme als vorher. Das finde ich höchstbedenklich. Denn oberstes Ziel sollte die Rückführung des Kindes sein.“

Doch die Mutter glaubt: „Das Jugendamt hat die Kurzzeitpflege der Pflegefamilie von Beginn an als Langzeitpflege oder Adoption verkauft.“ Sie hat deshalb Akteneinsicht eingefordert und will ein Umgangsverfahren einleiten.

Janine hat drei weitere Kinder

Doch zur Wahrheit gehört auch, dass die 28-Jährige bereits drei Kinder hat. Keines von ihnen lebt auch bei ihr. Tochter Sandy wohnt bei ihrer Oma, die beiden Söhne Gerome und Finn beim Kindsvater und in einer Pflegefamilie. Bei zwei Kindern habe sie noch immer das Sorgerecht. Nur bei Gerome habe sie das freiwillig abgetreten, weil sie nach seiner Geburt wegen der Schweinegrippe lange im Krankenhaus lag, erzählt Janine S. „Doch sie kann ich regelmäßig sehen und habe einen guten Kontakt. Auch mit dem Jugendamt hatte ich vorher nie Probleme“, sagt sie.

Vergangene Woche konnte sie erstmals nach Monaten ihre Tochter wieder sehen – auch weil sie Besuchertermine nicht wahrgenommen hatte. Ein Gutachten lehnt die Mutter ab. Sie misstraut dem Gutachter.

Das sagt das Jugendamt

Von der Stadt Duisburg heißt es zu dem Fall: „Grundsätzlich wird von einem Familiengericht entschieden, ob eine Maßnahme zur Unterbringung eines Kindes außerhalb der Familie gerechtfertigt ist. Niemand im Jugendamt macht sich eine solche schwerwiegende Entscheidung leicht, sie ist vielmehr ultimo ratio und dient einzig dem Kindeswohl.“

Es wird also letztlich ein Gericht über die Zukunft der kleinen Melina entscheiden. (ms)

* ganzer Name ist der Redaktion bekannt

 
 

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