Duisburg

Impfpflicht in Duisburg beschlossen! So gefährlich ist die Lage im Norden der Stadt

In Duisburg hat der Rat die kommunale Impfpflicht am Montag beschlossen. Die Situation ist vor allem im Duisburger Norden prekär.
In Duisburg hat der Rat die kommunale Impfpflicht am Montag beschlossen. Die Situation ist vor allem im Duisburger Norden prekär.
Foto: dpa

Duisburg. Die Impfpflicht in Duisburg ist seit Montag beschlossene Sache. Der Rat hat damit den Antrag der SPD-Fraktion genehmigt!

Selten waren sich die Fraktionen im Duisburger Rat so einig wie diesmal. Alle größeren Parteien haben dem Antrag der Ratsfraktion zugestimmt.

Doch nicht alle sind sich dauerhaft so einig, wie der Großteil des Rats in Duisburg. Die SPD-Fraktion, die den Antrag eingebracht hat, musste vor allem im Vorfeld viel Gegenwind von Nicht-Politikern über sich ergehen lassen. „Es gibt in sozialen Netzwerken viel Kritik in die Richtung, dass wir die Kinder bevormunden. Häufig fällt auch das Wort „Körperverletzung“ für Kinder“, erklärt Angelika Wagner von der SPD Ratsfraktion.

Duisburg: Großer Anteil nicht geimpft

Dabei ist das Problem vieler Masern-Fälle gerade im Duisburger Norden schon lange sichtbar. „Eine Untersuchung vom Gesundheitsamt hat bestätigt, dass die meisten Masern-Fälle im Duisburger Norden auftreten“, erklärt Angelika Wagner von der SPD Ratsfraktion. Gerade im Duisburger Norden sei eine große Prozentzahl ungeimpft und daher gebe es mehr Krankheitsfälle.

Deswegen komme der sogenannte „Herdenschutz“ nicht zum Tragen. Also der Schutz für Ungeimpfte, wenn ein Großteil der Gesellschaft geimpft ist und somit auch eine geringe Zahl ungeimpfter Personen zum Beispiel Kinder so geschützt werden können.

Im Vergleich: Besonders hohe Fallzahlen in Duisburg

Tatsächlich liegt Duisburg gerade im Vergleich zu anderen Städten im Ruhrgebiet in Sachen Masern-Fälle ganz vorne. In den vergangenen Jahren sind die Masern immer wieder ausgebrochen. 2018 gab es in Duisburg 36 Fälle - davon 27 im Duisburger Norden. In anderen Ruhrgebietsstädten treten Masern weitaus seltener auf.

„Das liegt auch an der Zuwanderung, es kommen nicht nur durchgeimpfte Kinder“

Zu dem Grund für die hohen Fallzahlen in Duisburg, gibt es derzeit keine genau Erklärung oder Untersuchung vom Gesundheitsamt. Angelika Wagner vermutet einen Zusammenhang mit der Migration im Duisburger Norden. „Das liegt auch an der Zuwanderung, es kommen nicht nur durchgeimpfte Kinder und irgendwann müssen wir anfangen alle zu schützen“, erklärt Wagner.

„Bei Masern handelt es sich um eine Virusinfektion mit teilweise oft schwerwiegenden Spätfolgen, dagegen müsse man angehen“, so Wagner weiter.

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Mögliche Zukunft?: Kinder dürfen erst in Kitas, wenn sie geimpft sind

Der Antrag auf kommunale Impfpflicht, der nun im Rat bestätigt wurde, wird nun erst einmal juristisch geprüft. Oberbürgermeister Sören Link hat nun den Auftrag, die Impfpflicht durchzusetzen.

Wenn die Pflicht wie geplant umgesetzt wird, dürfen Kinder erst in staatliche Kitas oder andere staatliche Betreuungseinrichtungen, wenn sie geimpft sind.

Denn bisherige Angebote zum Beispiel in Grundschulen reichen laut SPD nicht aus, um einen umfangreichen Impfschutz zu gewährleisten.

 
 

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