Duisburg

Sehr ungewöhnlich: DARAUS macht eine Duisburgerin Schmuck

Melanie Käpple (36) aus Duisburg fertigt in ihrem Arbeitsraum verschiedenste Schmuckstücke aus Muttermilch an.
Melanie Käpple (36) aus Duisburg fertigt in ihrem Arbeitsraum verschiedenste Schmuckstücke aus Muttermilch an.
Foto: Christoph Reichwein/dpa

Duisburg. Naturperlen kommen hauptsächlich in Muscheln vor und sind als klassisches Schmuckstück sehr beliebt. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen will, der greift beim Kauf der Perlenkette auf künstlich hergestellte Perlen zurück. Eine Künstlerin aus Duisburg hat jetzt eine ganze eigene Art - und zugleich eine sehr intime, persönliche - entwickelt, um Perlenschmuck herzustellen.

Melanie Käpple aus Duisburg hat eine ungewöhnliche Methode entwickelt. Ihre spezielle Zutat ist Muttermilch. „Für jede Mutter ist das ein hoher emotionaler Wert, wenn sie diese Erinnerung für immer am Körper tragen kann“, sagt die 36-Jährige Mutter eines dreijährigen Sohnes im Gespräch mit DER WESTEN.

Duisburg: Künstlerin macht aus Muttermilch Schmuck

Seit Anfang 2017 hat die gelernte Sozialversicherungskauffrau ihren Online-Shop mit dem Namen „Milchjuwelen“ und der boomt nach eigener Aussage so richtig. Die 36-Jährige habe so viele Anfragen, dass sie mittlerweile ihren Job in der Versicherungsbranche aufgegeben hat und sich selbstständig gemacht hat.

„Ich komme mit den Bestellungen gar nicht hinterher“, erklärt sie. Und deswegen hat keine der frisch gebackenen Mütter eine Chance darauf, ihren individuellen Schmuck zu bekommen. „Ich muss bei den Bestellungen auslosen“, erklärt die Neudesignerin. In drei Monaten erhalte sie etwa 1000 Anfragen, umsetzen kann sie nur rund 60 bis 90.

Rund 60 bis 90 Bestellungen setzt die Duisburgerin im Quartal um

Denn für jede Anfertigung nimmt sie sich viel Zeit. Drei bis vier Stunden ist sie mit einer Halskette oder Ohrringen beschäftigt.

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Doch wie genau entsteht ein kleines Milchjuwel? Die Mütter schicken eine kleine Portion ihrer Milch per Post in ihr Atelier. Dann wird die Milch sterilisiert und dehydriert und anschließend mit Harzen und Härtern vermischt, um daraus Schmuck oder Deko-Stücke herzustellen.

„Ich habe eine große Auswahl auf meiner Homepage, gehe aber auch auf die Wünsche meiner Kundinnen dabei ein“, so Käpple. Unter anderem gibt es Anhänger mit Engeln, Sternchen, Perlen, Armschmuck, Ringe oder andere Charms.

Doch wie kommt man auf die Idee, Muttermilch zu Schmuck zu verarbeiten? „Ich hatte in meiner Schwangerschaft im Jahr 2016 schon davon gehört, dass es so etwas gibt“, erzählt die 36-Jährige. Dann wollte sie unbedingt stillen. „Doch das hat gar nicht geklappt. Es war ein Kampf. ich habe um jeden Milliliter gekämpft“, erinnert sie sich.

Zehn Milliliter hat sie letztendlich insgesamt abgepumpt und eingefroren und dann an solch eine Firma geschickt. Doch die Enttäuschung war groß: Das Schmuckstück verfärbte sich bräunlich. Da packte die 36-Jährige der Ehrgeiz und sie wollte ihre eigene Rezeptur entwickeln. „Mütter aus der Krabbelgruppe stellten mir Tropfen ihrer Muttermilch zum Experimentieren zur Verfügung“, so die Duisburgerin.

Käpple: „Ich habe um jeden Milliliter meiner Muttermilch gekämpft“

Von ihrer eigenen Muttermilch hat sie sich selbst von dem eingefrorenen Fläschchen auch noch Haarschmuck herstellen können. Ihr Sohn Matthias ist jetzt drei Jahre alt und es sei eine wunderbare Verbindung.

Natürlich gebe es auch Kritiker, die den Sinn darin nicht sehen und das Gesicht angewidert verziehen. Sätze wie „Warum machst du es nicht auch aus Babykacke oder Sperma?“ musste sich Käpple auch schon anhören. „Das ist unverschämt und herablassend. Wer keine Mutter ist, kann das nicht nachvollziehen. Die Frauen sind so glücklich und brechen sogar manchmal in Tränen aus“, verdeutlicht die Künstlerin. Das bestärke sie in ihrer Arbeit.

Mehr Informationen findest du unter Milchjuwelen.de

 
 

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