Duisburg muss für Innenausbau des Stadtfensters rund 1,5 Millionen mehr zahlen

Investor Multi Development wird das Stadtfenster, hier eine Modellzeichnung, nur in einem einfachen Büro-Standard übergeben.
Investor Multi Development wird das Stadtfenster, hier eine Modellzeichnung, nur in einem einfachen Büro-Standard übergeben.
Foto: Investor
Das „Stadtfenster“ an der Steinschen Gasse, in das Vhs und Stadtbibliothek einziehen sollen, wird die Stadt Duisburg rund 1,5 Millionen Euro zusätzlich kosten. Bauherr Multi Development wird das Gebäude nämlich nur miz einert „Mindestinfrastruktur“ übergeben. Den Innenausbau muss die Kommune selbst besorgen.

Duisburg. In einem Jahr will der Bauherr Multi Development das „Stadtfenster“ zur Miete an die Stadt übergeben. In dem mit viel Glas gestalteten Gebäudeblock sollen unter anderem die Stadtbibliothek und die Volkshochschule Platz finden.

Der Kulturausschuss wird sich am Dienstag erstmals mit der Innenausstattung der beiden Gebäude befassen. Wie sich jetzt herausstellt, wird die Stadt keine fertigen Räume vorfinden, sondern muss für den notwendigen Ausbau noch rund 1,5 Millionen Euro drauflegen.

Vier statt fünf Geschosse

Denn die „vom Investor bereitgestellte Mindestinfrastruktur des Gebäudes“ lasse weder den Betrieb der Bibliothek noch der VHS zu, sie habe vielmehr den Standard eines „einfachen Bürogebäudes“, heißt es in der Vorlage, mit der sich heute die Kulturpolitiker befassen.

Hintergrund sei die Reduzierung von fünf auf vier Geschosse, nachdem der Mietvertrag über die 11.000 Quadratmeter bereits unterschrieben war: Der reibungslose Ablauf der Bibliotheksarbeit sei dadurch nicht mehr gewährleistet, diesen soll jetzt eine zusätzliche Fußgängerbrücke im 1. Obergeschoss über die Universitätsstraße sicherstellen, heißt es.

Innenausstattung und Mobiliar

Weil das Gebäude damit teurer wird, senkt der Bauherr den Standard im Innenausbau ab. Jetzt muss die Stadt selbst für die entsprechende Infrastruktur sorgen, die Telefon- und IT-Anlagen selbst verkabeln und auch für die notwendige Beleuchtung sorgen. Bei der Bibliothek verursacht das Mehrkosten von mehr als einer Million Euro, bei der VHS rund 410.000 Euro.

Hinzu kommen die Kosten für die Innenausstattung und das Mobiliar. Bei der VHS schlagen die 13 neuen Seminarräume sowie Multifunktions- und Nebenräume inklusive Schränke, Stühle, Tische, Beamer und elektronischen Unterrichtstafeln mit rund einer Million Euro zu Buche. Die fünffache Summe wird die Stadt die Ausstattung der Bibliothek kosten.

Spezielle Licht- und Tontechnik

Der Kulturausschuss erhält heute zumindest eine textliche Ahnung davon, wie die rund 300.000 Medien den Duisburgern ab dem kommenden Jahr zeitgemäß präsentiert werden sollen. Die Ausleihe und Rückgabe erfolgt über Automaten, wie sie bereits in allen Bezirksbibliotheken zu finden sind. Allein diese Technik wird 715.000 Euro kosten. Das Foyer soll als „Visitenkarte“ des neuen Stadtfensters „attraktiv und einladend“ gestaltet sein, neben der üblichen Infotheke als erste Anlaufstelle soll vor allem das „Literaturbistro“ im Obergeschoss des offenen Foyers für entsprechende Aufenthaltsqualität sorgen. Hier sollen auch die Autorenlesungen stattfinden, für die es sogar eine versenkbare Bühne sowie eine spezielle Licht- und Tontechnik geben soll.

"Historische und Schöne Bücher"

Die Kinderbibliothek im 1. Obergeschoss werde ein Ort, an dem sich Kinder frei, angeleitet oder mit Eltern nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten interaktiv mit Medien beschäftigen können. Auch die separate Jugendbibliothek für 13- bis 18-Jährige soll zum „Erlebnisraum“ werden, dazwischen ist ein Schüler-Center vorgesehen.

Der Medienbestand für Erwachsene wird auf den rund 2800 Quadratmetern der einzigen zusammenhängenden Etagen der Gebäudeteile Universitäts- und Münzstraße aufgestellt. Dass die Bücherei ihr altes und zerkratztes Mobiliar an den neuen Standort mitschleppen muss, ist wohl vom Tisch: Für Tische, Stühle und Regale sind im zweiten und dritten Obergeschoss knapp 1,4 Millionen Euro eingeplant. Dort soll auch die Sammlung „Historische und Schöne Bücher“ mit 3500 Exemplaren so aufgebaut werden, dass dort öffentliche Führungen erfolgen können.

 
 

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