Duisburg

Duisburg: Mine O. brutal erwürgt und vergraben – Ehemann gesteht: „Konnte nicht loslassen“

Duisburg: Mine O. wurde im September 2019 getötet. Ihr Ehemann steht nun vor Gericht.
Duisburg: Mine O. wurde im September 2019 getötet. Ihr Ehemann steht nun vor Gericht.
Foto: ANC News/Polizei Duisburg

Duisburg. Als Mine O. ihn Versager und Schlappschwanz nannte, sah er rot.

Ercan E. (29) packte sie im Streit in der gemeinsamen Wohnung in Kaßlerfeld am Hals, würgte die Krankenschwester so lange, bis sie keine Luft mehr bekam. „Ich konnte nicht loslassen. Irgendwann habe ich losgelassen, sie hat sich nicht mehr bewegt“, gestand Ercan E. zu Prozessauftakt am Landgericht Duisburg.

Duisburg: Ehemann gesteht Tötung von Mine O.
Duisburg: Ehemann gesteht Tötung von Mine O.

Duisburg: Ehemann gesteht Tötung von Mine O.

Auch als Ercan E. ihr kaltes Wasser ins Gesicht schüttete, regte sich die junge Frau nicht mehr. Er sei geschockt gewesen, habe realisiert, dass sie tot war.

Während ihr gemeinsamer Sohn (damals 5) im Wohnzimmer spielte, habe er daraufhin einen Koffer aus dem Keller geholt und ihren Körper darin gepackt. Später mietete der Angeklagte eine Garage und stellte den Koffer mit dem Leichnam darin ab. Als die Verwesung eintrat und ein strenger Geruch eintrat, entschied sich der Angeklagte seine Frau in einem Waldstück in Untermeiderich zu vergraben.

So verlas es Verteidigerin Simone Dahlmann-Ludwig in einer Erklärung zum Prozessbeginn in Duisburg. „Ich bereue sehr, was ich getan habe. Und werde mir nie verzeihen, dass ich meinem Sohn die Mutter und ihren Eltern die Tochter genommen habe“, erklärte der Angeklagte unter Tränen.

„Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er das tun“

Die Beziehung der beiden sei von Beginn an schwierig gewesen, es habe viele Streitigkeiten gegeben. Die beiden sollen schon mehrfach über die Scheidung gesprochen haben. Mine O. sei oft Feiern gewesen sein, inzwischen vermutet der Angeklagte, sie habe längst jemand anderen kennengelernt.

Auch am Tattag sei sie mit einer Freundin von einem Städtetrip aus Belgien zurückgekommen sein. Ercan E. soll mit dem gemeinsamen Sohn, der inzwischen im Schulalter ist, auf ihre Rückkehr gewartet haben. „Er hat sich sehr auf seine Mutter gefreut, doch sie hat ihn nur flüchtig begrüßt. Sie hatte eine Verabredung und wollte wieder gehen. Ich habe ihm seine Enttäuschung angesehen, das hat mir leidgetan. Dann habe ich sie zur Rede gestellt.“ Er habe sie umarmen wollen, sie habe ihn weggewischt. Es folgte der tödliche Streit.

Ercans Verteidigerin Simone Dahlmann-Ludwig sagte gegenüber DER WESTEN: „Wir haben es hier mit einer Familientragödie zu tun. Wenn mein Mandant die Zeit zurückdrehen könnte, würde er das ganz sicher tun.“

Angeklagtem drohen bis zu 15 Jahre Haft

Drei Monate lang suchte die Polizei nach Mine O. Ercan E. spielte den besorgten Ehemann, schrieb ihr sogar noch Sprachnachrichten. Doch längst hatte er ihre Leiche vergraben.

"Die Umstände waren ungewöhnlich", sagte ein Polizeikommissar vor Gericht über den Fall. Mine O. sei erst mehr als zwei Wochen nach ihrem Verschwinden am 7. September vermisst gemeldet worden. Die Ermittlungen führten die Polizisten letztlich auf die Spur des Ehemanns. Anfang Dezember 2019 gestand dieser und führte die Polizei zur vergrabenen Leiche.

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Gerichtssprecherin Dr. Melanie Neuhaus: „Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Strafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis.“ Angesetzt sind fünf Verhandlungstage. Ein Urteil soll Anfang Oktober fallen.

 
 

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