Duisburg

Duisburg: Erdzhan Y. (23) stach mit einem Messer seiner Frau ins Herz – waren diese Worte seines Sauf-Kumpanen der Auslöser?

Duisburg: Mann soll seine Frau getötet haben
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Duisburg. Er habe seine Frau geliebt, erklärte Erdzhan Y. (23). Das hielt ihn wohl nicht davon ab, sie mit 30 Messerstichen zu töten.

Im Anzug und mit gesenktem Blick betritt der Bulgare Saal 201 des Landgerichts Duisburg. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus „niederen Beweggründen“ vor. Y. soll seine nach Roma-Tradition verheiratete Frau am 14. Juli 2019 in der gemeinsamen Wohnung in Duisburg-Marxloh aus Eifersucht erstochen haben. Staatsanwalt Martin Mende sprach in der Anklage von einer „verachtenswerten Tat“, bei der Y. aus einem Besitzrecht über seine Frau heraus gehandelt habe.

Duisburg: Mann soll Frau mit Küchenmesser getötet haben

Mit einem Küchenmesser mit 20 Zentimeter Klingenlänge soll Y. immer wieder auf seine Frau eingestochen haben, ist der Staatsanwalt überzeugt. Mehr als 65 Stichverletzungen wurden später am Körper der Frau festgestellt, auch innere Organe wurden getroffen. Trotz sofortiger Not-OP starb sie 13 Tage nach der Tat. Die Stiche ins Herz waren letztlich tödlich.

Y. war seit sechs Jahren in Deutschland. Das Paar hatte sich 2017 über Facebook kennengelernt, wenig später zog man zusammen. Erst nach einiger Zeit gestand die Frau ihrem Mann, dass sie als Prostituierte in Deutschland arbeite.

Das sorgte in der Folge immer wieder für Streit. Denn den Aufforderungen des gelernten Schlossers, der in Deutschland als Schrotthändler und Lkw-Fahrer arbeitete, damit aufzuhören, kam die Frau angeblich nicht nach. „Ich habe mich bemüht, sie aus dem Milieu herauszuholen, es aber nicht geschafft“, erklärte der Angeklagte. Seine Frau sei „sehr aggressiv“ gewesen, er habe sich ihrem Willen fügen müssen, erklärte der Angeklagte.

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Auch habe ihre Tätigkeit als Prostituierte immer wieder für Streitigkeiten zwischen seiner und ihrer Familie gesorgt. Beide Seiten hätten die Beziehung abgelehnt. Eine Woche vor der Tat soll die Getötete dem Vater des Angeklagten bei einer Aussprache mit einer Stange auf den Kopf geschlagen haben, erklärte der Angeklagte. Nicht die einzige Auseinandersetzung des Paares, die die Polizei auf den Plan rief.

„Die beiden haben nicht zusammengepasst. Sie haben sich ständig gestritten. Auch sie war nicht ohne, oft aggressiv. Entweder er hatte blaue Flecken oder sie war blau geschlagen“, sagte die Vermieterin des Paars vor Gericht über die Beziehung der beiden.

Messer-Angriff nach durchzechter Nacht

Die verhängnisvolle Tat ereignete sich dann nach einer durchzechten Nacht. Der Angeklagte war mit Freunden in einer Disko, putschte sich mit Kokain und Alkohol auf. Einer der Sauf-Kumpanen soll ihn in den Arm genommen und einen Knutschfleck präsentiert haben. Dieser sei von seiner Frau, mit der er etwas habe. „Das habe ich nicht ernst genommen“, behauptete der Angeklagte bei seiner Polizei-Vernehmung. Vor Gericht wollte er sich daran nicht mehr so genau erinnern können. Überhaupt habe er einige Erinerungslücken.

War Trennung Grund für tödlichen Angriff?

Sicher ist er: Nach einem Bordell-Besuch sei er nach Hause gefahren. Hier habe seine Frau schon gewartet, auf ihn eingeschlagen. „Sie sagte, dass sie sich trennen will“, so der Angeklagte. Dass die Trennung mit den Worten seines Kumpels im Zusammenhang stehen könnte, sei ihm da nicht in den Sinn gekommen.

An die Minuten danach könne er sich ob seines „Alkohol- und Kokainkopfes“ nicht mehr erinnern. Am Ende gab es viel Blut und eine schwerverletzte Frau. Y. rief die Polizei, die ihn um kurz vor 7 Uhr am Morgen festnahm. Tage später verstarb seine Frau im Krankenhaus.

Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil soll am 13. März fallen.

 
 

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