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Duisburg-Marxloh: Katzenplage artet aus – Anwohner und Tierschützer wissen nicht mehr weiter

Duisburg-Marxloh: Katzenplage artet aus – Anwohner und Tierschützer wissen nicht mehr weiter

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In Duisburg-Marxloh nimmt die Zahl der Straßenkatzen dramatisch zu. (Symbolbild) Foto: IMAGO / Michael Schöne

In Duisburg-Marxloh nimmt die Zahl der streunenden Katzen Überhand. Tierschützer Rainer Sobottka befürchtet, dass die Situation bald komplett außer Kontrolle geraten könnte.

Die einzige Lösung sei die Kastration. Doch dafür fehle es an Geld. Vor allem von der Stadt Duisburg fühlt sich der Tierschützer allein gelassen.

Duisburg-Marxloh: Hunderte streunende Katzen stellen Tierschützer vor große Probleme

In den Straßen von Duisburg-Marxloh blicken einen vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden zahlreiche Katzenaugen an. Katzen, die ohne Zuhause und auf der Suche nach Futter sind.

Viele von ihnen haben Krankheiten, Missbildungen oder sind stark unterernährt. Und das Elend steigt, denn die Tierschützer kommen mit der Kastration nicht mehr hinterher.

DER WESTEN hat mit Rainer Sobottka gesprochen. Der ehrenamtlicher Mitarbeiter im Tierschutzverein Kamp-Lintfort ist auch für Duisburg zuständig. Sobottka geht von einem riesigen Bedarf aus: „Momentan haben wir im Duisburger Norden circa 190 Katzen und Kater, die kastriert werden müssen“, sagt Sobottka.

Und er befürchtet, dass ohne nötige Kastration weitere 250 bis 400 Kitten im Frühjahr dazukommen könnten. Doch die Kosten für den Eingriff könnten die Tierschützer alleine nicht mehr stemmen.

Pandemie fördert Katzen-Elend – Kastrationskosten steigen

„Da in der Lockdown- und Homeoffice-Zeit viele Leute sich Katzen angeschafft haben, sind die Tierarztpraxen überfüllt“, berichtet Sobottka. Seit September habe sich die Lage noch verschlimmert. Zwischenzeitlich hätten eine Klinik und mehrere Tierärzte die Kastration der Streuner abgelehnt.

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Lediglich die Tierklinik Asterlagen biete noch Kastrationen zu Tierschutzpreisen an. Doch auch die seien kaum noch zu zahlen. Die Kosten seien bei weiblichen Katzen von 65 auf 145 Euro gestiegen und bei Katern von 55 auf 75 Euro.

Was bis dato noch durch die eigene Tasche und Spenden gedeckt worden sei, sei nun nicht mehr machbar. Deshalb erhofft sich Sobottka Hilfe von der Stadt Duisburg. Doch von der fühlt sich der 62-Jährige im Stich gelassen.

Stadt Duisburg reagiert auf Vorwürfe

Seit 2019 gilt für Halter von Katzen in der Stadt Duisburg ein Kastrationsgesetz. Demnach müssen alle freilaufenden Katzen und Kater kastriert sein. Wer die Tiere regelmäßig füttert, gilt automatisch als Halter. Dieser Pflicht kämen jedoch nach Angaben des Tierschützers viele Menschen nicht nach und überhaupt fehle es an Kontrolle.

Sowieso versuche die Stadt das Problem unter den Teppich zu kehren: „Die Unterstützung seitens der Stadt Duisburg liegt bei Null. Die Stadt ist sich der neuen Problematik gar nicht bewusst. Deshalb versuchen wir seit Wochen Kontakt herzustellen. Sie wollen das Thema aber gar nicht wahrnehmen und überlassen alles den Tierschützern. Wir wollen einfach nur die Möglichkeit erstmal zu reden.“

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Ein paar Fakten über die Stadt Duisburg:

  • frühste schriftliche Erwähnung im Jahr 883
  • ist fünftgrößte Stadt in NRW, besteht aus sieben Stadtbezirken
  • hat rund 498.686 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Duisburger Hafen gilt als größter Binnenhafen der Welt
  • fast ein Drittel des in Deutschland erzeugten Roheisens stammen aus den acht Duisburger Hochöfen
  • Sehenswürdigkeiten unter anderen: Landschaftspark Duisburg-Nord, Tiger & Turtle – Magic Mountain, Sechs-Seen-Platte
  • Oberbürgermeister ist Sören Link (SPD)

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Dabei hoffen Anwohner und Tierschützer vor allem auf finanzielle Unterstützung bei der Kastration. Eine andere Idee von Rainer Sobottka wäre auch, dass die Stadt Tierärzte zur Verfügung stellt, die die Kastration der Straßenkatzen übernehmen. Auf Anfrage von der Redaktion will die Stadt Duisburg eine Kontaktaufnahme des Tierschutzvereins Kamp-Lintfort mit dem zuständigen Veterinäramt der Stadt in dieser Angelegenheit nichts wissen.

Außerdem heißt es: „Der Rat der Stadt Duisburg hat einen entsprechenden Antrag zur Bereitstellung von Geldern für Katzenkastrationen in seiner Sitzung am 27. September 2021 abgelehnt.“ Zudem wird in der Mitteilung darauf verwiesen, dass für eingetragene und gemeinnützige Vereine die Möglichkeit bestehe, bei einem Förderprogramm des Landes NRW Gelder für Katzenkastrationen zu beantragen.

Das Problem: Es gibt maximal 40 Euro pro Tier. Viel zu wenig, um die Kosten einer Kastration von bis zu 150 Euro zu zahlen. Ohne die Hilfe der Stadt glaubt Sobottka nicht daran, die Katzenpopulation auf der Straße in den Griff zu bekommen.