Duisburg: Loveparade-Prozess eingestellt – 21 Tote, 184 Sitzungstage, kein Urteil

Der Prozess um die Loveparade-Katastrophe in Duisburg, die 21 Menschen das Leben kostete, wurde eingestellt.
Der Prozess um die Loveparade-Katastrophe in Duisburg, die 21 Menschen das Leben kostete, wurde eingestellt.
Foto: picture alliance/dpa

Der Prozess um die Loveparade-Tragödie in Duisburg wurde vom Landgericht Duisburg endgültig eingestellt. Damit wurde keiner der Verantwortlichen für die Folgen des Unglücks verurteilt.

Duisburg: Loveparade-Strafverfahren ohne Urteil

Nach 184 Sitzungstagen hat das Landgericht Duisburg den Prozess um die Loveparade-Katastrophe 2010, bei der 21 Menschen starben, eingestellt.

Bei den zuletzt drei verbliebenen Angeklagten, die sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu verantworten hatten, hatte das Gericht zuvor bereits nur eine geringe Schuld vermutet.

Nun endet einer der aufwendigsten Strafprozesse der Nachkriegszeit ohne ein Urteil.

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Angeklagt waren Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und der Stadtverwaltung Duisburg, die schwere Planungsfehler begangen haben sollen.

Drohende Verjährung im Juli 2020

Die Staatsanwaltschaft hatte schon im Vorfeld dem Vorschlag des Duisburger Landgerichts zugestimmt, wonach das Verfahren gegen die drei verbliebenen Angeklagten eingestellt werden sollte >>>> hier mehr lesen.

Als Grund führte das Gericht unter anderem mögliche Prozess-Einschränkungen wegen des Coronavirus an, außerdem drohte Ende Juli die Verjährung der Tatvorwürfe.

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Bei der Loveparade in Duisburg am 24.Juli 2010 starben 21 Menschen im Gedränge, über 650 Personen wurden verletzt. Seit dem Prozessbeginn vor knapp zweieinhalb Jahren waren bereits die Verfahren gegen sieben Angeklagte wegen geringer Schuld eingestellt worden.

Viele der insgesamt 42 Nebenkläger sprachen sich gegen die Einstellung der Verfahren aus – doch ihre Zustimmung ist rechtlich nicht erforderlich. Außerdem kann der Einstellungsbeschluss auch nicht angefochten werden. (kv mit dpa)

 
 

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