Duisburg

Immer mehr Legionellen-Fälle in Duisburg – so gefährlich sind die Bakterien und das kannst du tun, um dich zu schützen

In Duisburg ist das Trinkwasser von Legionellen befallen.
In Duisburg ist das Trinkwasser von Legionellen befallen.
Foto: imago stock&people / imago/Winfried Rothermel
  • Immer mehr Legionellen-Fälle in Duisburg
  • Duisburger Ärztin erklärt, was das Problem ist
  • Das kannst du tun, wenn du betroffen bist

Duisburg. In den letzten Tagen traten in Duisburg gleich mehrere Legionellen-Fälle auf. Die gefährlichen Bakterien wurden zunächst in Wohnungen der Bewohner von drei Mietshäusern in der Breslauer Straße entdeckt. Dann stellte man den Legionellen-Befall auch an einem Duisburger Gymnasium fest.

Die Duisburger Ärztin Teona Barleanu beschreibt im Gespräch mit DER WESTEN, wie du dich schützen kannst.

Wasser solltest du unbedingt kochen

„Legionellen befinden sich in den Wassertröpfchen“, erklärt die Ärztin. Wenn du betroffen bist und davon weißt, solltest du das Wasser entweder kochen, oder einfrieren und auftauen - beides sei möglich.

Gefährlich sei es die Dämpfe zum Beispiel beim Duschen einzuatmen.

Ärztin: „Legionellen können Lungenprobleme verursachen“

Das Problem bei den Bakterien? Sie machen krank. Denn wenn sie erstmal in der Leitung sind, wirst du sie nicht mehr so schnell los.

„Legionellen können Lungenprobleme verursachen“, erklärt Barreaulu. Denn die Legionelle, speziell die Art Legionella pneumophila, könne die Legionärskrankheit, eine schwere Form der Lungenentzündung, auslösen.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. „Legionellen vermehren sich nur zwischen zwei bis fünf Grad Celsius“, so die Ärztin. Um tödlich zu erkranken, müsstest du sehr große Mengen des verseuchten Wassers trinken.

Anzeichen für Legionellen-Vergiftung können bei Erkältung anfangen

„Das Wasser müsste dann zu 100 Prozent kontaminiert sein“, so Barleanu.

Die Beschwerden einer Legionellen-Vergiftung beginnen mit einer Erkältung und können sich bis zu einer Lugenentzündung ausweiten. Besonders kritisch wäre es, wenn das Fieber zu hoch sei, auch Durchfall könne ein Anzeichen für eine Legionellen-Vergiftung sein.

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Legionellen können schwere Form der Lungenentzündung auslösen

Auch über die Klimaanlage oder Wasserrutschen im Schwimmbad können die Bakterien in die Umgebungsluft geraten. Wenn sich die Erreger zum Beispiel in örtlichen Kläranlagen angesammelt haben, können sie sich ebenfalls über den dort entstehenden Wasserdampf ausbreiten und so zur Gefahr werden.

Jedoch bestehe nach jetzigem Forschungsstand keine Infektionsgefahr, wenn keimhaltiges Wasser getrunken oder zum Händewaschen benutzt werde, erklärt die Medizinerin.

Mundschutz beim Duschen reicht nicht aus

Der Kontakt mit den Legionellen sei vor allem beim Duschen gefährlich. „Ein Mundschutz reicht hier nicht aus, der kann durchweichen und die Dämpfe werden dann trotzdem eingeatmet.“

Hier sei es besser sich bei Freunden oder Nachbarn zu waschen.

Wo kommen Legionellen her?

„Die Legionellen kommen bei Wasserstörungen auf“, erklärt die Ärztin. Wenn der Wasserhahn länger nicht benutzt wurde, im Urlaub zum Beispiel und das Wasser dann im Hahn steht, entstehen die Bakterien.

„Das kann überall passieren“, so Barleanu. Nicht nur alte Rohre seien anfällig für Bakterien.

Für Patienten, die an der Legionärskrankheit erkranken, sei es lebenswichtig, möglichst schnell mit der Therapie zu starten. Eine Impfung gebe es nicht.

Die richtige Diagnose zu stellen ist kein Kinderspiel

Die richtige Diagnose zu bekommen, sei gar nicht so einfach. „Symptome müssen nicht eindeutig sein und können auch auf eine andere Form der Lungenentzündung hinweisen“, erklärt die Ärztin.

Daher solltest du am besten auch selbst überlegen, ob du möglicherweise einem Infektionsrisiko mit Legionellen im Trinkwasser ausgesetzt gewesen sein könntest. Wenn du vor kurzem im Urlaub warst, solltest du das beim Arzt sagen.

Um die Krankheit schließlich zweifelsfrei erkennen zu können, müssen die Erreger im Körper nachgewiesen werden. Oft gehe das schnell und einfach mit einer Urinprobe.

 
 

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