Duisburg lässt Raupen per Hubschrauber bekämpfen

Raupen des Eichenprozessionsspinners: Ihre Härchen mit kleinen Widerhaken können durch ihr Nesselgift allergische Reaktionen hervorrufen.Foto:Stephan Eickershoff
Raupen des Eichenprozessionsspinners: Ihre Härchen mit kleinen Widerhaken können durch ihr Nesselgift allergische Reaktionen hervorrufen.Foto:Stephan Eickershoff
Foto: WAZ
Im Kampf gegen das Ausbreiten des Eichenprozessionsspinners setzt die Stadt Duisburg auch auf den Einsatz aus der Luft. Per Hubschrauber rückten Kammerjäger jetzt den Schädlingen im Bereich Mattlerbusch und an der Sechs-Seen-Platte auf den Pelz.

Duisburg. Ungewöhnlicher Hubschraubereinsatz am Dienstagvormittag an der Regatta-Bahn, über Teilen der Sechs-Seen-Platten und im Stadtnorden über Baumwipfeln im Mattlerbusch: Aus der Luft rückte das Umweltamt dem Eichenprozessionsspinner buchstäblich auf den Pelz. Auch im Bodeneinsatz waren die beauftragten „Freiluft-Kammerjäger“ mit Turbo-Spritzen unterwegs.

Denn der „Pelz“ der Raupe hat es in sich: Die Härchen mit ihren kleinen Widerhaken können bei Menschen bei Hautkontakten durch ihr Nesselgift allergische Reaktionen hervorrufen. Ausschlag, Reizung der Atemwege, ja Schwindel und Fieber sind möglich. Deshalb greift die Stadt vorbeugend ein, bevor die Raupen ihr nächstes Larvenstadium erreichen. Gespritzt wurden ca. 2100 Bäume auf einer Gesamtfläche von 34 Hektar in Grünanlagen, an Straßen, aber auch in der freien Landschaft. Behandelt wurden nur Eichen im Bereich von Wegen, Plätzen und Liegewiesen. Eben dort, wo sich auch Menschen aufhalten.

Aktion gegen Eichenprozessionsspinner kostet 44.000 Euro

Die Rotoren der Hubschrauber drehten sich an der Sechs-Seen-Platte und im Bereich des Parallelkanals und des Hochseilklettergarten sowie auf zwei Forstflächen in Beeckerwerth und Hamborn. Weitere Gebiete für Aktionen vom Boden aus sind in Rheinhausen der Business-Park Asterlagen und der Toeppersee sowie die Rheinaue Friemersheim, in Homberg der Wanderweg um den Uettelsheimer See, die Rheinaue in Walsum sowie Bereiche in Neumühl, Obermarxloh, Röttgersbach, Beeck und Stadtmitte.

Das verwendete Spritzmittel ist für Menschen und Tiere absolut ungefährlich, es wirkt lediglich gegen die Schmetterlingsraupen. „Das Zeug klebt nur“, so Susanne Stölting, Referentin des neuen Umweltdezernenten Krumpholz. Spaziergänger wurden vor den Hubschrauber-Einsätzen informiert, damit sie nicht eingenebelt wurden.

Ende Mai beginnt das Umweltamt mir dem Absammeln verbleibender Raupennester in den Bäumen. Rund 44.000 Euro kostet die Aktion. Bei Befall mit dem Eichenprozessionsspinner (grüner Körper, strahlend-weiße Härchen) auf privaten oder öffentlichen Flächen wird um Anruf unter 0203/94 000 gebeten.