Duisburg ist die China-Stadt von Deutschland

Johannes Pflug spricht zur Begrüßung beim ersten Duisburg-China Business Networking Event bei PKF Fasselt Schlage.
Johannes Pflug spricht zur Begrüßung beim ersten Duisburg-China Business Networking Event bei PKF Fasselt Schlage.
Foto: FUNKE Foto Services
Diesen Anspruch erhob der China-Beauftragte der Stadt Duisburg, Hans Pflug, der in den Räumen des Wirtschaftsprüfungs-Unternehmens PKF Fasselt-Schlage das „1. Duisburg-China Business Networking Event“ eröffnete.

Duisburg. Im Leben ist es manchmal sehr wichtig, genau dann am Bahnsteig zu stehen, wenn der Zug einfährt.

Eine Lebensweisheit, die man sich in Duisburg im deutsch-chinesische Verhältnis seit dem 29. März 2014 besonders zu Herzen nimmt. Daran erinnerte in dieser Woche der frisch ernannte China-Beauftragte der Stadt Duisburg, der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Pflug. Er eröffnete am vergangenen Montag in den Räumen des Wirtschaftsprüfungs-Unternehmens PKF Fasselt-Schlage am Innenhafen das „1. Duisburg-China Business Networking Event“.

Die neue Seidenstraße

Ein erstes Netzwerk-Treffen aller chinesisch-deutschen WirtschaftsAkteure, die in Duisburg das gute Verhältnis zwischen der deutschen Industriestadt und dem gewaltigen Potential des Reiches der Mitte pflegen und ausbauen möchten. Hans Pflug erinnerte an jenen denkwürdigen Frühlings-Samstag vor zwei Jahren, als Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Staatsbesuch in Deutschland einen Abstecher auf das Logport-Gelände unternahm, wo der hohe Gast einem besonderen Wirtschaftsprojekt die Ehre erwies: Der Güterzuglinie China-Duisburg mit dem Namen Yuxinou.

Eine Güterzugverbindung, die seit 2012 zwischen Duisburg und Chongqing, dem 30 Millionen Einwohner starken „Elektronik-Herz“ Chinas besteht und die mittlerweile einmal am Tag mit einem Containerzug in Duisburg anlandet. Von der neuen Seidenstraße ist die Rede.

Spätestens seitdem, so Pflug, ist Duisburg in deutsch-chinesischen Expertenkreisen ein fester Begriff. Natürlich auch deswegen, weil bereits vor 34 Jahren zwischen Duisburg und Wuhan die allererste Partnerschaft zwischen einer Stadt in China und einer in Deutschland das Licht der Welt erblickte.

Seitdem nimmt diese sino-deutsche Freundschaft an Fahrt auf. So hat sich im vergangenen Jahr mit der „NGC“ das erste chinesische Unternehmen im Duisburger Hafen angesiedelt. Die Nanjing High Accurate Drive Equipment Manufacturing Group Co., Ltd (kurz NGC) ist einer der Global Player für Getriebe- und Antriebstechnik. Ihr Europa-Geschäftsführer Dr. Heinz-Peter Ehren war natürlich Gast und Redner beim 1. Netzwerktreffen, das unter anderem von der Stadt Duisburg, den Wirtschaftsförderern, PKF und dem Konfuzius-Institut organisiert wurde.

Problem: Die Billig-Importe

Ehren hörte mit Interesse und Aufmerksamkeit, was die Konsulin der Volksrepublik China, Frau Lin Xu vom Generalkonsulat Düsseldorf am Montag in Duisburg erklärte: Duisburg spiele nach Ansicht der chinesischen Regierung auf dem Gebiet der Industrie nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa eine „tragende Rolle“.

Zuvor schon hatte der China-Beauftragte Pflug die Stadt mit dem Alleinvertretungsanspruch von „Duisburg, der China-Stadt“ versehen.

Natürlich, so Pflug, gebe es da auch Probleme im Kampf um Märkte. Gerade die Stahlstadt Duisburg sei stark getroffen. Aber auch chinesische Billig-Importe bei der Solartechnik machten es den Deutschen schwer. Viel Raum für weitere Begegnungen in Netzwerken und sonst wo, nicht nur auf der Ebene von Staats- und Regierungschefs, sondern auf Augenhöhe von Akteuren vor Ort.

In Duisburg - der China-Stadt.

 
 

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