Duisburg

Hunderte Duisburger müssen Wohnungen verlassen – und in Flüchtlingsunterkunft ziehen

Die Bewohner der Häuser an der Husemannstraße kommen nun vorerst in Flüchtlingsunterkünften unter. Am Freitag empfangen sie Mitglieder der Flüchtlingshilfe mit einem Grillfest.
Die Bewohner der Häuser an der Husemannstraße kommen nun vorerst in Flüchtlingsunterkünften unter. Am Freitag empfangen sie Mitglieder der Flüchtlingshilfe mit einem Grillfest.
Foto: Lars Fröhlich/ FUNKE Foto Services

Duisburg. Am Donnerstag mussten hunderte Menschen ihre Häuser wegen „eklatanter Brandschutzmängel“ verlassen.

Zwei Häuser auf der Husemannstraße in Homberg müssen unverzüglich geräumt werden. Die Stadt hat die weitere Nutzung untersagt. Der Grund: Brandschutzmängel stellen für mehr als 200 Hausbewohner eine akute Gefahr dar.

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Erhebliche Brandschutzmängel: Häuser müssen in Duisburg geräumt werden

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Experten bei sogenannten „Brandverhütungsschauen“ Mängel in den Häusern festgestellt. Weitere Fachleute mussten hinzugezogen werden. Nun herrscht Gewissheit: Die Mängel sind so gravierend, dass die Häuser nicht mehr genutzt werden können.

„Aufgrund offener Schächte vom Keller über den Treppenraum bis in die einzelnen Wohnungen könnte sich bei einem Brand der Rauch ungehindert im gesamten Haus ausbreiten“, schreibt die Stadt Duisburg in einer Mitteilung. Die Rettungswege könnten daher umgehend verrauchen, eine sichere Rettung durch die Feuerwehr ist nicht mehr gewährleistet.

Die Sanierungsarbeiten an den Schächten könnte Monate dauern.

Eigentümer muss für Ersatzunterkünfte sorgen

Wie die Stadt mitteilt, sei der Vermieter dafür verantwortlich „adäquaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“ Bis dahin stellt die Stadt älteren und pflegebedürftigen Bewohner eine Unterkunft zur Verfügung - nämlich die Flüchtlingunterkunft an der Memelstraße in Duisburg-Neudorf.

Der Eigentümer muss jetzt schnellmöglich für Ersatz sorgen.

Sonst schaltet sich die Fachstelle für Wohnungsnotfälle des Amtes für Soziales und Wohnen ein. Die Kosten, die dadurch entstehen, muss allerdings der Hauseigentümer zahlen.

Stadt guckt ganz genau hin

Auf Nachfrage stellt die Stadt klar, dass es sich dabei nicht um einen Erfolg der Taskforce-Schrottimmobilien handele. Die sogenannte Brandverhütungsschauen sollen dafür sorgen, dass Brandschutzvorgaben eingehalten werden. Einen ähnlichen Fall gab es bereits im Dezember: Damals mussten 42 Bewohner ihre Wohnungen in Hochfeld verlassen.

Es fehlte eine Feuerwehrzufahrt, Bäume mussten gefällt werden. Erst im Januar konnten die Mieter wieder einziehen. (mb)

 
 

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