Duisburg

Duisburg: Hunderte Besucher ohne Maske auf Corona-Demo – DARUM griff die Polizei nicht ein

Nicht nur Corona: das waren die größten Epidemien der Menschheit
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Duisburg. Vor dem Rathaus in Duisburg versammelten sich am Montagabend laut Polizei rund 400 bis 500 Menschen.

Anlass war die so genannte „Corona-Info-Tour“ von Unternehmer und Youtuber Samuel Eckert, einem prominenten Mitglied der Querdenker-Bewegung. Dass sich die Corona-Gegner in Duisburg nicht an die verordneten Schutzmaßnahmen halten wollen, ist kein Geheimnis.

Aber dennoch gilt die Stadt mit einem Inzidenzwert von 93,6 als Corona-Risikogebiet. Da stellt sich die Frage, wie eine solche Veranstaltung ohne Abstandsregeln und ohne Masken überhaupt problemlos stattfinden kann.

Duisburg: Hunderte Menschen ignorieren Abstands- und Hygieneregeln

Mit einem schwarzen Bus war Eckert am Montagabend vor dem Rathaus vorgefahren, um den Menschen seine Sicht der Dinge zu erklären. Am gleichen Tag hatte er noch Auftritte in Göttingen und Dortmund. Das Coronavirus hält er für einen Betrug – und demnach ist er auch von Abstandsregeln und Maskenpflicht nur mäßig begeistert. Doch angesichts der aktuellen Lage in Duisburg ist es schwer zu begreifen, dass die Verantwortlichen eine solche Veranstaltung mit hohem Infektionsrisiko zulassen.

Dicht gedrängt stehen die Teilnehmer beeinander. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen die Menschenmassen, so gut wie keiner der Anwesenden trägt eine Maske. DER WESTEN hat bei der Stadt Duisburg bezüglich der Veranstaltung angefragt.

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Ein Stadtsprecher teilte daraufhin mit, dass die Polizei als zuständige Behörde die Demonstration im Rahmen des Versammlungsrechts genehmigt habe. „Die Stadt Duisburg bewertet die Signalwirkung der Veranstaltung dennoch als negativ“, betont der Sprecher. „Die Einhaltung der Abstandsregeln ist essentiell, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen.“

Polizei hatte Veranstaltung genehmigt

Doch die Möglichkeit zu demonstrieren schließt ja die Einhaltung von Mindestabständen oder das Tragen einer Maske nicht aus. Wieso griff die Polizei, also trotz missachteter Abstands- und Hygieneregeln nicht ein?

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Die Antwort der Stadt Duisburg: „Die Polizei traf nach Beurteilung der Gesamtlage die Entscheidung, des es kontraproduktiv sei, die Veranstaltung aufzulösen, zumal diese nur kurz stattfand.“

Polizei Duisburg erklärt: DARUM wäre ein Einschreiten „kontraproduktiv“ gewesen

„Dass dieses Vorgehen Fragen aufwirft, kann ich verstehen“, gibt ein Sprecher der Polizei Duisburg zu, als DER WESTEN ihn auf diese Einschätzung anspricht. Er erklärt, dass die Beamten ihre Möglichkeiten, gegen die zweifellos begangenen Ordnungswidrigkeiten vorzugehen, gründlich abgewogen haben. „Die Maßnahmen, die da im Raum gestanden hätten, wären eine Auflösung oder eine Verlagerung der Versammlung sowie die Personalfeststellungen der Teilnehmer, die gegen die Schutzverordnung verstoßen haben“, so der Polizeisprecher.

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Doch diese Maßnahmen hätten einen zeitlich intensiven Aufwand bedeutet. „Dadurch hätte man die Menschen für einen längeren Zeitraum auf einem engeren Platz gehalten. Mit den vorhandenen Kräften hätte das zu größeren Gefahren hinsichtlich des Infektionsschutzes geführt.“

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Eine Maximalgrenze an zugelassenen Teilnehmer hätte die Polizei dem Sprecher zufolge nicht anordnen dürfen: „Dafür haben wir keine rechtliche Maßnahme. Versammlungen sind frei für alle.“ (at)

 
 

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