Duisburg hält inne im flackernden Schein der 1000 Lichter

Thomas Richter
Zur „Nacht der 1000 Lichter“ an der Gedenkstätte der Loveparade-Katastrophe im Duisburger Karl-Lehr-Tunnel kamen am Mittwochabend rund 200 Menschen.
Zur „Nacht der 1000 Lichter“ an der Gedenkstätte der Loveparade-Katastrophe im Duisburger Karl-Lehr-Tunnel kamen am Mittwochabend rund 200 Menschen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Stadt Duisburg hält auch am vierten Jahrestag der Loveparade-Katastrophe inne. Am Mittwochabend trafen sich rund 200 Menschen an der Gedenkstätte im Karl-Lehr-Tunnel – darunter Hinterbliebene der 21 Todesopfer, Verletzte, Traumatisierte und trauernde Bürger.

Duisburg. Als am Mittwochabend gegen 21.30 Uhr die Dunkelheit hereinbrach, tauchten hunderte entzündeter Kerzen die Gedenkstätte im Karl-Lehr-Tunnel in ein einen milden, roten, flackernden Schein. „Die Nacht der 1000 Lichter“, zu der die Betroffenen-Initiative LoPa 2010 auch in diesem Jahr geladen hatte, machte ihrem Namen wieder alle Ehre.

Rund 200 Menschen versammelten sich an jenem Ort, an dem sich am Donnerstag auf den Tag genau vor vier Jahren die Loveparade-Katastrophe ereignet hatte. 21 junge Menschen waren damals ums Leben gekommen, als es am Fuße der Rampe, die nach den Plänen des Veranstalters gleichzeitig als Ein- und Ausgang fungieren sollte, zum tödlichen Gedränge kam.

Trauerfeier der Hinterbliebenen in der Salvatorkirche

Offiziell knapp 600 Menschen erlitten dort körperliche Verletzungen. Die Zahl der tatsächlich Verwundeten und Traumatisierten ist bis heute nicht ermittelt. Hinterbliebene, Betroffene und deren Angehörige warten bis heute auf die juristische Aufarbeitung der Katastrophe. Auch deshalb hält Duisburg heute, am vierten Jahrestag, inne.

Die Hinterbliebenen trafen sich am Mittwochabend um 20 Uhr zu einer Trauerfeier in der Salvatorkirche. Angehörige aller 21 Opfer waren bei der Zeremonie zugegen, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Etwas mehr als eine Stunde dauerte das gemeinsame Trauern. Edith Jakubassa und Friedhelm Scharff sprachen nachher von einem „bewegenden Moment“. Sie sind die Eltern von Marina, dem einzigen Todesopfer der Katastrophe, das aus Duisburg kam.

Tragödie auch nach vier Jahren noch präsent

Gegen 21.45 Uhr erreichten die Hinterbliebenen dann auch die Gedenkstätte – einmal mehr in Begleitung von Hannelore Kraft. Die NRW-Ministerpräsidentin war aber wie bisher immer als Privatperson mit dabei. In den vergangenen vier Jahren hat sie sich ein enges Vertrauensverhältnis zu den Angehörigen der Opfer erarbeitet.

Doch es kamen auch viele Betroffene zur Gedenkstätte. Mitglieder von LoPa 2010 begannen um kurz nach 20 Uhr damit, die Kerzen zu entzünden. Einige hielten sich schweigend an den Händen, andere umarmten sich. Und manche der Trauernden gingen direkt zu jener schmalen Treppe, an deren Fuße am 24. Juli 2010 die meisten Opfer zu Tode gequetscht wurden. Dort legten sie Blumen nieder. Schauten auf die Porträts und die Holzkreuze, die dort stehen. Und schwiegen. Duisburg hält inne. Auch vier Jahre nach der Katastrophe.Loveparade