Duisburg

Duisburg: Frau droht OB Sören Link mit Krieg – weil ihr DAS nicht passte!

Die 32-Jährige musste sich wegen eines Drohbriefs vor dem Amtsgericht Duisburg erklären.
Die 32-Jährige musste sich wegen eines Drohbriefs vor dem Amtsgericht Duisburg erklären.
Foto: imago images / Reichwein / Der Westen

Duisburg. In lässiger Kleidung und mit freundlichem Lächeln, aber mit Handschellen gefesselt, nahm Natalie B. (43) im Gerichtssaal Platz. Die Frau hat Sören Link, Bürgermeister von Duisburg, in einem Brief einen „Krieg“ angedroht. Der Grund dafür: Das Jugendamt hatte die Tochter gegen den Willen der Eltern impfen lassen.

Für die Drohung erhielt sie am Freitag vor dem Landgericht Duisburg eine Haftstrafe. Die Verurteilte nahm dies mit einem Lächeln zur Kenntnis.

Duisburg: Mutter schreibt Drohbrief an Bürgermeister

Die Angeklagte gestand am Freitag, den Drohbrief persönlich im August 2019 verfasst und in den Briefkasten vom Duisburger Bürgermeister eingeworfen zu haben.

„Die Zeit für Diskussionen ist vorbei“, schrieb die 43-Jähgrige in dem Brief. Sie habe genug davon, wie das Jugendamt mit ihrer Familie umgehe. Wenn der Bürgermeister erlaube, dass ihrer Tochter Schaden zugefügt wird, „werde ich auch Ihnen Schaden zufügen“, hieß es weiter. Sie wolle einen „Krieg“ gegen den Oberbürgermeister führen.

43-Jährige bedroht Bürgermeister und Mitarbeiterin des Jugendamts

Am Vortag hatte sie außerdem eine Email an die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamts gesendet, in der sie drohte, „diese Behörde anzugreifen.“ Und weiter: Wer sich am Körper ihrer Tochter vergreife, „an dem werde ich mich vergreifen.“ Die Stadt habe die Drohung zwar ernstgenommen, die Impfung aber dennoch durchgeführt.

Ein Attest des Kinderarztes sei im Jugendamt eingegangen, aus dem hervorgeht, dass die Tochter aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfe. Später stellte sie klar, dass es die Schwester war, für die eine Impfunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt wurde.

Vom Behördensystem in Deutschland fühlte sie sich entmündigt, gab die 43-Jährige an. Sie habe keinen anderen Weg als den eingeschlagenen gesehen: „Sie können von den Eltern nicht erwarten, dass sie so etwas einfach hinnehmen.“

Unsteter Lebensstil

Die Mutter war zuvor jahrelang mit ihren Kindern durch Europa gereist, hielt sich lange Zeit in Spanien auf. Ein geregeltes Einkommen hatte sie nicht: Sie half auf Selbstversorgerhöfen aus oder lebte in Hippie-Kommunen.

Der Vater, von dem sie geschieden ist, und mit dem sie das Sorgerecht teilte, habe in dieser Zeit nicht gewusst, wo sich seine Kinder befinden. Wegen dieses Kindesentzugs stand die Mutter bereits 2019 vor Gericht.

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Seit Ende November 2019 befindet sich die Angeklagte in U-Haft, das Kind lebt bei dem Vater. Zuvor war es eineinhalb Jahre in einer Pflegefamilie.

„Ich bin kein Impfgegner“, betonte die Angeklagte mehrfach, „aber eben dann, wenn der Kinderarzt davor warnt.“ Die ungewollte Impfung komme für die Mutter einer „Körperverletzung“ gleich.

Haftstrafe für die Mutter wird nicht vollstreckt

Die Richterin sprach wegen der versuchten Nötigung in zwei Fällen eine Haftstrafe von vier Monaten aus. Da die Angeklagte diese bereits fast in der U-Haft abgesessen hat, wurde der Haftbefehl aufgehoben. Natalie verließ das Gericht als freie Frau.

Sie kündigte jedoch an, wiederzukommen: Wegen der Impfung ihrer Tochter will sie gegen das Jugendamt Duisburg vorgehen. (vh)

 
 

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