Duisburg fällt Platanen an der Mercatorstraße vorerst nicht

Die Platanenreihe auf der Mercatorstraße soll gefällt werden. jetzt ist die Aktion erst einmal gestoppt.
Die Platanenreihe auf der Mercatorstraße soll gefällt werden. jetzt ist die Aktion erst einmal gestoppt.
Foto: FUNKE Foto Services
Gegen die Rodung der Baumallee gibt es einstweilige Verfügungen. Bezirksregierung ist eingeschaltet. Initiative bringt Bürgerbegehren auf den Weg.

Duisburg. Die Säge wird nicht angeworfen: Die Stadt hat am Freitag kurzfristig die eigentlich ab kommenden Montag angesetzte Fällung der Platanen an der Mercatorstraße in der Innenstadt wieder ausgesetzt. Die Ankündigung hatte am Donnerstag bei den Baumschützern für helle Empörung gesorgt; sie hatten sich schon auf Protestaktionen ab Montag früh sechs Uhr eingestellt.

Die Stadt begründet die Verschiebung mit zwei gestern gestellten Eilanträgen gegen die Fällung beim Verwaltungsgericht Düsseldorf. „Auch wenn die Stadt davon ausgeht, dass das Handeln der Verwaltung rechtlich nicht zu beanstanden ist, sollen keine irreversiblen Fakten geschaffen werden“, heißt es aus dem Rathaus.

Stadt sieht sich im Recht

Die Stadt sieht sich nach den Ratsbeschlüssen zu der Fällung als Vorbereitung für die neue Straßenführung im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes auf der rechtlich sicheren Seite. Aus ihrer Sicht gilt auch das allgemeine Fällverbot zwischen März und September nicht für die Platanenallee am Hauptbahnhof. Die Eilanträge wurden dann am Abend abgewiesen, teilte die Stadt mit.

Eingeschaltet ist auch die Düsseldorfer Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde. Bei ihr sind mehrere Eingaben wegen der Fällung eingegangen, so dass die Bezirksregierung „mit einer fachaufsichtlichen Überprüfung dieses Falles begonnen hat“, so eine Sprecherin. Die Stadt soll jetzt dazu Stellung nehmen. Außerdem wurde sie aufgefordert, „die geplante Rodung der Alleebäume bis zur Beendigung der fachaufsichtlichen Überprüfung durch die Bezirksregierung auszusetzen.“

Initiative bringt Bürgerbegehren auf den Weg

Die Baumschützer um den Naturschutzbund BUND und die Initiative „Occupy Mercator“ geriet am Donnerstag in hektische Betriebsamkeit, nachdem die Stadt die Fällungen angekündigt hatte. Vorwurf: Die Stadt wollte in einer Nacht- und Nebelaktion Fakten schaffen: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger“, so Duisburgs BUND-Sprecherin Kerstin Ciesla.

Während der Landesverband Klage wegen Verstoßes gegen den Artenschutz in der Fäll-Verbotszeit auf den Weg bringt, legte die Duisburger Platanen-Initiative gestern umgehend ihren Antrag auf ein Bürgerbegehren gegen die Fällung der rund 20 alten Bäume vor. 25 000 Unterschriften müsste sie dafür binnen sechs Wochen sammeln.

Der Antrag muss nun formal-rechtlich von der Stadt geprüft werden. Ein Bürgerbegehren hätte allerdings keine aufschiebende Wirkung. Das weiß auch Kerstin Ciesla, sie fordert aber die Abstimmung der Duisburger zu der umstrittenen Fällung. „In dieser Stadt wird der Bürgerwille mit Füßen getreten“, so Ciesla, die zugleich von „Wahlbetrug“ spricht. Denn 2013 sei die Fällung nur ausgesetzt worden, weil damals schon ein Bürgerbegehren initiiert worden war. „Man wollte das Thema nur aus dem Kommunalwahlkampf heraushalten.“

 
 

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