Duisburg – eine Radelstadt mit kleinen Lücken

Die „Stadtradler“ auf der Tour durch die grünen Ecken im Duisburger Süden.
Die „Stadtradler“ auf der Tour durch die grünen Ecken im Duisburger Süden.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo
Angeführt von Oberbürgermeister Sören Link gehen 45 Pedalritter beim Stadtradeln auf Bürgertour. Und erleben eine Großstadt, in der sich wunderbar strampeln lässt. Allerdings weist der ADFC auch auf einige Hürden für Pedalritter hin. Link: „Da liegt noch Arbeit vor uns.“

Duisburg. Mit Pedalkraft einmal um den Äquator: Das haben 417 Duisburger, die sich fürs „Stadtradeln“ registriert haben, in den ersten neun Tagen der Aktion schon geschafft: 38.258 Kilometer strampelten sie bisher zusammen. Mit dem Bürgerradeln – 45 Pedalritter, angeführt von OB Sören Link – ist am Montag ein gutes Stück Strecke dazu gekommen. Das Ziel, das Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz bis zum Zähltag 19. September ausgegeben hat, dürfte zu erreichen sein: 100.000 Kilometer sollen es sein.

Klaus Hauschild vom Fahrradclub ADFC hat die Route für die Bürgertour zusammengestellt. Vom Rathaus über den Grünzug West (traumschön) zum Rheinpark. Kurze Pause dort. „Den Ausblick sollte man genießen“, lacht Hauschild. Weiter durch Wohngebiete ins große Grün des Sportparks, dort kurze Rast am Stadion, ehe es zurück geht zum Start.

"Es gibt noch Unvollkommenheiten"

Auch Radler sind in der Stadt nur Verkehrs-Teil-Nehmer. Betonung auf „Teil“. Ampeln, Kreuzungen, Bordsteine bremsen die große Gruppe. Stop and Go. Man kennt das aus dem Berufsverkehr. Waldemar Schettler (79, radelt 5000 Kilometer im Jahr) macht den letzten Mann der Gruppe und passt auf, dass niemand abgehängt wird. Grüne Winkel gibt’s überreichlich in der Großstadt. Aber ein Autofahrer kommt da nicht hin.

Duisburg sei eine radfreundliche Stadt, sagt Hauschild. Die Verwaltung habe bei Straßenarbeiten in den letzten Jahren immer drauf geachtet, auch den Zweirädern ihren Platz zu schaffen. „Aber es gibt noch Unvollkommenheiten.“ Einige hat er dem Oberbürgermeister unterwegs gezeigt.

"Da liegt noch eine Menge Arbeit vor uns"

Am Ende der Tour sagt Link, er habe heute selbst etwas über Duisburg gelernt: Dass die meisten Punkte in der Stadt sehr gut mit dem Rad erreichbar sind: „Ich war noch nie so schnell vom Rathaus am Rhein. Und es tut gut, sich die positive Entwicklung auch von den ADFC-Experten bestätigen zu lassen.“ Trotzdem sieht auch er die Brüche im Wegenetz, die fehlenden Schilder. „Da liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Aber das geht nur Stück für Stück.“

Duisburg macht zum ersten Mal mit beim Stadtradeln, dem großen Pedalkräftemessen unter rund 200 Städten. Die Aktion soll mehr Menschen auf den Sattel locken, letztlich um den Klimakiller Kohlendioxid aus dem Autoauspuff einzusparen. Bilanz der ersten neun Radeltage: 5500 Kilo CO2 haben die Duisburger Pedalritter schon weggestrampelt.

Übrigens: Wer helfen will, das kleine Klimaziel zu erreichen, kann jederzeit einsteigen: Auf www.stadtradeln.de unter Duisburg als Gruppe oder Einzelfahrer im „offenen Team“ registrieren und bis zum 19. September jede Fahrradstrecke eintragen.

 
 

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