Duisburg

Duisburg: Bande kontrollierte Drogenhandel in Hochfeld – um nicht aufzufallen, benutzen sie diese irren Codes

Duisburg: Drei Männer stehen wegen Drogenhandel im großen Stil vor Gericht. Sie sind Teil einer Bande.
Duisburg: Drei Männer stehen wegen Drogenhandel im großen Stil vor Gericht. Sie sind Teil einer Bande.
Foto: Vanessa Hellwig/Marcel Storch; Montage: DER WESTEN

Duisburg. Plötzlich ging alles ganz schnell. In abgedunkelten Bussen der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG), getarnt als Schienenersatzverkehr, fuhren die Polizisten vor.

Mit einer Blitz-Razzia schlugen die Ermittler Juli 2019 in Duisburg-Hochfeld zu und überraschte die Dealer. Die Polizei sprach nachher von einem der „größten Einsätze, die Duisburg je gesehen hat.“

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Duisburg: Blitz-Razzia überrascht Drogen-Bande in Hochfeld

Am Mittwoch startete am Landgericht Duisburg der Prozess gegen acht Männer zwischen 19 und 54 Jahren. Sie sollen einen schwungvollen Drogenhandel im Stadtteil Hochfeld aufgezogen haben.

Wegen Corona kommt es zu einem Kuriosum: das Verfahren wird in dreigeteilt. Ab Mittwoch stehen zunächst drei Angeklagte vor Gericht, am nächsten Tag folgen weitere Drei. Die beiden Hauptakteure finden sich dann ab 29. Juli auf der Anklagebank wieder.

Bande soll Marihuana-Handel in Hochfeld organisiert haben

Der Vorwurf gegen die Bande: unerlaubtes Handeltreiben in nicht-geringer Menge. Sie sollen zwischen September 2018 und 2. Juli 2019 als Gruppierung den Marihuana-Handel in Duisburg organisiert haben. Kopf war laut Staatsanwaltschaft ein 32-jähriger Duisburger, der die Drogen bei Lieferanten kaufte, sie bei Bunkerhaltern in den Wohnungen versteckte und dann über Vermittler an die Straßenverkäufer brachte. Unterstützt wurde er von einem 29-Jährigen als seine rechte Hand.

Der Gewinn ging laut Anklage an den Kopf der Gruppe, der das wiederrum innerhalb der Bande verteilte.

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Code-Wörter für Drogen-Lieferungen

Die Ermittler waren der Bande durch Hinweise von Anwohnern und Drogen-Feststellungen auf die Schliche gekommen.

Zum Auftakt standen Ahmad M. (54), Hasan U. (35) und Mert Y. (19) vor Gericht. Sie sollen als Bunkerhalter Drogen in ihren Wohnungen gehortet haben. Durch die Verteilung der Drogen auf verschiedene Wohnungen sollte ein Totalverlust vermieden werden, sollte es zu einer Razzia kommen. Mert Y. soll zudem als Vertretung der beiden Banden-Köpfe fungiert haben. Die Angeklagten zeigten sich zu Prozessbeginn geständig. Sie räumten die Taten weitgehend ein.

Die Bande soll sich äußerst konspirativ verhalten haben. Wörter wie „Essen“, „schöne Frauen“ oder „Kollegen“ dienten dabei als Code-Wörter für Größenordnungen der Drogenlieferungen. Eine Bar fungierte als Rückzugs- und Besprechungsort.

Die Drogen wurden dann durch Straßenverkäufer rund um die Wanheimer Straße, eine angrenzende Grünfläche und in einem Garagenhof vertickt.

Kooperation mit Bande aus Meiderich

Die Hochfelder Bande kaufte und verkaufte laut Erkenntnissen der Ermittler auch Drogen bei einer Gruppe aus Meiderich, die schon vor Gericht steht. Drei Männer der Meidericher Bande sind bereits zu eineinhalb Jahren Bewährung verurteilt worden, ein Heranwachsender bekam vier Wochen Dauerarrest.

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Gegen Köpfe aus Moers läuft das Verfahren noch. Sie hatten von zwei Trinkhallen aus den Handel in Meiderich organisiert.