Duisburg

Duisburg: Dönerverkäufer im Kantpark erstochen – Angeklagter gesteht, hat aber eine andere Version der Tat

Ahmad A. (31) soll Osman O. in Duisburg getötet haben.
Ahmad A. (31) soll Osman O. in Duisburg getötet haben.
Foto: imago images/Montage: DER WESTEN

Duisburg. Es ging wohl nur um ein paar Zigaretten, doch eine Nichtigkeit wurde Osman O. zum tödlichen Verhängnis.

Der großgewachsene, stämmige Mann aus Duisburg-Walsum war beliebt, hatte eine große Familie. Ein Bild auf seinem Social-Media-Profil zeigt ihn, wie er im Dönerladen, in dem er arbeitete, mit Kunden für ein Selfie posiert.

Duisburg: Streit im Kantpark mit tödlichem Ausgang

Es ist Freitagnachmittag Ende Juni, das Wetter ist gut, die Menschen mit kurzen Hosen und T-Shirts unterwegs. Kurz vor 16 Uhr kommt es im Kantpark in Duisburg zu einem Streit. Auslöser könnte wohl die Frage nach Zigaretten gewesen sein.

Ein Wort ergibt das andere, plötzlich gehen die zwei Gruppen aufeinander los, erst verbal, dann gibt es auch eine Rangelei. Unter ihnen auch Osman O. Als sich die Gemüter scheinbar schon beruhigt haben, zückt Ahmad A. (31) sein Ringmesser (Klingenlänge 6 cm) und sticht zu. Nur einmal, doch dieser Stich geht direkt ins Herz von Osman O.

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Familienmitglieder versammelten sich vor Krankenhaus

Trotz sofortiger Reanimation endet er tödlich für den 23-Jährigen. Einige Dutzende Freunde und Mitglieder seiner Großfamilie versammelten sich noch vor dem Krankenhaus, hofften auf seine Rettung – vergeblich.

An diesem Dienstag sind nur seine Mutter als Nebenklägerin und einige Freunde als Zuschauer in Saal 201 des Duisburger Landgerichts gekommen.

Angeklagter gesteht

Hier wird Ahmad A. am Morgen mit Handschellen gefesselt in den Saal geführt. Hinter einer roten Aktenkladde verbirgt er sein Gesicht vor den Fotografen. Die Anklage wirft ihm Totschlag vor.

Ja, es stimme, dass er zugestochen habe, gesteht der 31-Jährige sogleich in einer Erklärung, die sein Verteidiger Christian Grotenhöfer verliest. Der aus Afghanistan stammende Mann, welcher seit 2013 in Deutschland als Fliesenleger und Staplerfahrer arbeitete, habe keine Auseinandersetzung und schon gar nicht den Tod des jungen Mannes gewollt, heißt es darin weiter. Wenn er könne, würde er das Leiden ungeschehen machen.

Doch Osman O. und mindestens ein Mitstreiter hätten ihn angegriffen und geschlagen. Dagegen habe er sich zur Wehr gesetzt.

Was an dieser Aussage dran ist, wird das Gericht in den weiteren Verhandlungstagen klären müssen. Der Auftakt gestaltete sich jedoch schwierig. Die drei geladenen Zeugen, die am Dienstag mit ihren Aussagen mehr Klarheit über den genauen Tatablauf bringen sollten, erschienen zunächst nicht. Gegen sie verfügte Richter Joachim Schwartz eine polizeiliche Vorladung und ein Bußgeld von 300 Euro.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Ein Urteil soll Ende Januar fallen.

 
 

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