Duisburg

Duisburg: Mysteriöser Brief vom Gesundheitsamt! Mutter soll in Corona-Quarantäne – dann wird es richtig dubios!

Natalie P. aus Duisburg bekam irrtümlicherweise einen Brief, dass sie sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben soll.
Natalie P. aus Duisburg bekam irrtümlicherweise einen Brief, dass sie sich für zwei Wochen in Quarantäne begeben soll.
Foto: imago images/privat; Montage: DER WESTEN (Symbolbild)

Duisburg. Als Natalie P. (30) am Samstag in den Briefkasten schaute, staunte die alleinerziehende Mutter aus Duisburg nicht schlecht. Ein Brief des Gesundheitsamtes Duisburg forderte sie auf, sich in eine 14-tägige Corona-Quarantäne zu begeben. Es sollte der Beginn einer kuriosen Geschichte sein.

Denn der Brief gab der Mutter einige Rätsel auf. „Es war auch nach 10-maligem Lesen weder ein Start- noch ein Enddatum zu erkennen.“ Auch Ansprechpartner, Zeichen oder Durchwahl fehlten auf dem offiziellen Dokument. Die im Schreiben erwähnte Rechtshilfebelehrung auf der Rückseite war ebenfalls nirgends zu finden.

Duisburg: Mutter bekommt Brief vom Gesundheitsamt - es entpuppt sich als krasser Irrtum

„Es fehlte alles an Informationen, wie es nun weiter geht. Vom Robert-Koch-Institut weiß ich, dass Menschen in häuslicher Quarantäne ein Tagebuch bekommen, in das sie täglich zwei Mal die Temperatur und das Wohlbefinden eintragen müssen, ebenso werden sie täglich vom Gesundheitsamt kontaktiert. Davon war in meinem Brief nichts zu finden“, berichtet Natalie P. im Gespräch mit DER WESTEN.

Besonders stutzig machte die Mutter aus Duisburg, dass ihr Name auf dem Kopf des Corona-Briefs falsch geschrieben war und die Adresse händisch eingetragen war. „Das kam mir insgesamt sehr merkwürdig vor“, erzählt die 30-Jährige. Denn sie sei seit dem 13. März außer zum Einkaufen oder Spazieren nicht mehr draußen gewesen. „Bis auf drei Freunde, die allesamt gesund sind, gab es keine Kontaktpersonen“, erklärt sie.

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Die Duisburgerin vermutete einen möglicherweise gefälschten Brief und kontaktierte die Polizei. Mit deren Hilfe wurde Kontakt zum Gesundheitsamt aufgenommen. Nach einer dortigen Recherche teilte eine Mitarbeiterin Natalie P. mit, dass es sich um ein Versehen gehandelt habe. „Keiner konnte sich dort erklären, wieso ich den Brief bekommen habe. Ich soll ihn einfach wegwerfen“, sei ihr erklärt worden.

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DER WESTEN hat beim Gesundheitsamt Duisburg nachgefragt. Ein Sprecher der für das Gesundheitsamt zuständigen Stadt bestätigt den Vorfall. „Dass das von der Stadt Duisburg verfasste Schreiben in dieser Form verschickt wurde, war ein Versehen und das bedauern wir“, so Jörn Esser.

Grundsätzlich sei das Vorgehen so, dass die Quarantäne bei Kontaktpersonen zunächst mündlich in der Regel in einem Telefonat ausgesprochen werde. Dabei gilt, dass diese an dem letzten Tag beginnt, an dem es einen Kontakt zu einer nachweislich positiven Person gegeben hat. Ab dann sind 14 Tage Quarantäne einzuhalten. Das werde Betroffenen auch schriftlich mittgeteilt. Dieses Schreiben enthalte dann auch das Datum an dem die Quarantäne beendet ist.

Gefälschte Quarantäne-Schreiben sind weder beim Gesundheitsamt noch der Polizei in Duisburg bekannt.

„Man kann Menschen nicht aus Versehen zwei Wochen einsperren“

Erleichterung bei der Mutter aus Duisburg. Sie hat Verständnis für den Fehler, aber gibt auch zu bedenken: „Insgesamt finde ich diese Vorgehensweise und die Form der Zustellung solch wichtiger Beschlüsse sehr bedenklich. Mir ist natürlich klar, dass das Gesundheitsamt mehr als genug zu tun hat und das Fehler passieren können, gar keine Frage. Aber sowas darf in einem solchen Fall nicht passieren, man kann Menschen nicht aus Versehen zwei Wochen einsperren.“

 
 

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