Duisburg

Warum verdient die Chefin der Behindertenwerkstatt 350.000 Euro? Das sagt die Stadt Duisburg

In Duisburg herrscht helle Aufregung um das Gehalt von Roselyn Rogg. Die Chefin der Behindertenwerkstatt bekommt 350.000 Euro.
In Duisburg herrscht helle Aufregung um das Gehalt von Roselyn Rogg. Die Chefin der Behindertenwerkstatt bekommt 350.000 Euro.
Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
  • Ärger um hohes Gehalt der Behindertenwerkstatt-Chefin
  • Stadt bezieht Stellung zu den Vorwürfen: Wusste der Aufsichtsrat davon?
  • Das sagt Oberbürgermeister Sören Link zu den Vorwürfen

Duisburg. Helle Aufregung um das Gehalt der Chefin der Behindertenwerkstatt Roselyn Rogg: Sie verdient dort unglaubliche 350.000 Euro. Diesen Betrag halten viele Duisburger für mehr als unangemessen.

Außerdem soll ihr Gehalt dem Aufsichtsrat nicht mehr vorgelegt worden sein. Jetzt hat sich die Stadt Duisburg und Oberbürgermeister Sören Link zu dem viel diskutierten Fall geäußert.

Stadt Duisburg: „Angabe individualisierter Vergütungen nicht verpflichtend"

„Bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderung GmbH ist die Angabe individualisierter Vergütungen nicht verpflichtend vorgesehen, da die Stadt Duisburg nur über eine Beteiligung von 50% und somit nicht über die Stimmenmehrheit verfügt", so Stadtsprecherin Anja Kopka.

Ob eine Geschäftsführung ihre Bezüge veröffentlichen wolle oder nicht, sei vor diesem Hintergrund nicht verpflichtend, sondern ihre persönliche Entscheidung, so die Stadtsprecherin weiter.

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Gutachten zur Gehaltsfrage der Behindertenwerkstatt-Chefin am 8. August

Auch Oberbürgermeister Sören Link bezieht Stellung zur umstrittenen Höhe des Gehalts von Werkstatt-Chefin Roselyn Rogg.

„Im Zuge des Wechsels des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der Werkstatt für Menschen mit Behinderung haben sich Fragen ergeben, auf die wir in den Akten keine ausreichenden Antworten finden konnten. Ich habe den Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Krützberg umgehend darum gebeten, diese aufzuklären", erklärt Duisburgs Oberbürgermeister.

Im Aufsichtsrat soll deshalb schon Ende März 2018 ein Gutachten beauftragt worden sein, das sich mit dem Gehalt und der Frage der Angemessenheit befasst.

„Das Gutachten wird dem Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 8. August vorgestellt. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich den Ergebnissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgreifen möchte", so der Oberbürgermeister weiter.

Link: Aufsichtsrat war nicht im ausreichenden Maße informiert

Link glaubt jedoch, dass der Aufsichtsrat nichts von der Höhe des Gehalts wusste.

„Nach dem derzeitigen Sachstand muss ich jedoch davon ausgehen, dass der Aufsichtsrat in der Vergangenheit nicht in ausreichendem Maße über die Erhöhung der Bezüge informiert war. Hier gilt es umgehend und transparent aufzuklären. Die Arbeit mit und für behinderte Menschen ist von großer Bedeutung und sie braucht die volle Akzeptanz in der Bevölkerung. Die derzeitige Debatte schadet dem Ansehen der Werkstatt und belastet die dort arbeitenden Menschen", erklärt der Oberbürgermeister.

Stadt Duisburg will Aufklärung des Falls

Jetzt setzt die Stadt Duisburg sowie die Mitgesellschafter "Lebenshilfe Duisburg e.V." und der „Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Duisburg e.V." alles daran, eine schnelle Aufklärung zu leisten.

 
 

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