Duisburg

Totes Baby „Mia“ in Duisburg: Deshalb verrät die Polizei nun Details zur Beerdigung

Duisburg: Der Fall Mia - eine_Chronologie

Mitte November 2018 wird in Polen eine Babyleiche in einer Altkleidersortieranlage gefunden. Die Spur führt nach Duisburg. Noch immer ist unklar, wer die Mutter der kleinen "Mia" ist.

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Duisburg. Es ist ein Fall, der ganz Deutschland in Trauer versetzt.

Am Donnerstag wird das tote Baby aus Duisburg, von der Polizei „Mia“ getauft, beerdigt.

Die Beisetzung wird von den Wirtschaftsbetrieben organisiert und startet um 13.15 Uhr auf dem Friedhof Trompet in Duisburg. Dann wird der Trauerzug von der Kapelle zum Grab ziehen. „Mia“ wird bei den Gräbern der Sternenkindern, Kinder die tot geboren wurden, bestattet.

Totes Baby Mia aus Duisburg wird beigesetzt: Polizei hat eine Hoffnung

Die Polizei hofft auf eine rege Beteiligung. „Die Anteilnahme aus der Bevölkerung war riesig. Das Baby hat keine Familie, deshalb ist es schön, ihr zahlreich die letzte Ehre zu erweisen", so Jacqueline Grahl von der Polizei Duisburg.

Zugleich arbeitet die Polizei weiter mit Hochdruck daran, die Mutter des toten Kindes zu finden. Die Ermittler sind bisher zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen, haben Plakate aufgehängt und Flyer verteilt. Leichenspürhunde schnüffelten Altkleidercontainer.

Beamten fehlt heiße Spur

Aber den Beamten fehlt eine heiße Spur, die zur Mutter von Mia führen könnte.

Zuletzt hatten die Ermittler ein Foto veröffentlicht. Dank der Hilfe der Bevölkerung konnte geklärt werden: dabei handelt es sich um einen Hamam-Waschhandschuh. Er soll hauptsächlich im türkischen, bulgarischen und marokkanischen Raums verwendet werden.

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Nach wie vor nach suchen die Ermittler nach der Mutter der kleinen „Mia“. Wer eine Frau oder eine Jugendliche kennt, die vom Frühjahr bis Anfang November 2018 eine Schwangerschaft verleugnet hat, oder einen Fall kennt, bei dem nach einer Schwangerschaft ein Baby fehlt, wird gebeten, sich bei der Polizei unter der Nummer 0203 / 2800 zu melden.

Die Polizei betont in ihrer Mitteilung, dass Hinweise diskret behandelt werden können.

Baby Mia lag im Altkleider-Container

Am 17. November machten Mitarbeiter eines Altkleider-Transporters im polnischen Kielce eine schreckliche Entdeckung: Sie fanden im Container ein totes Baby. Ermittlungen ergaben, dass das Neugeborene zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in Duisburg abgelegt worden sein muss.

Die Polizei nannte das Baby fortan „Mia“. Die Obduktion ergab: Das Mädchen hat gelebt.

Duisburg: Polizei findet zweite Babyleiche

Bei der Suche nach der Mutter von Mia machten die Beamten dann eine zweite grausame Entdeckung: Bei der vermeintlichen Mutter, einer 35-Jährigen aus Duisburg-Rumeln, auf die sie durch Hinweise aus der Bevölkerung gestoßen waren, fanden sie eine zweite Babyleiche – ebenfalls ein Mädchen. Beweismaterial konnte sichergestellt werden, unter anderem blutige Bettlaken. Auch das zweite Baby soll gelebt haben.

Wie sich herausstellte, war die Mutter bereits in der Vergangenheit vom Jugendamt betreut worden, seit September habe schon die Vermutung bestanden, dass die Frau schwanger sein könnte, wie die Stadt in einer Stellungnahme erklärte. Die Duisburgerin wurde festgenommen, der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags.

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Die Ermittler vermuteten zunächst, dass es sich bei den beiden Neugeborenen um Zwillingsschwestern handeln könnte. Die 35-Jährige stritt ab, auch die Mutter von Mia zu sein. Wie ein DNA-Abgleich schließlich ergab, handelt es sich bei den toten Kindern tatsächlich nicht um Geschwister. Die Mutter von Baby Mia konnte noch immer nicht gefunden werden, die Beamten sind weiter auf der Suche. (ms)

 
 

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