Duisburg

Duisburger Geschäftswelt verärgert über endgültig gestopptes Alkoholverbot – so reagiert die Stadt

Alkohol war in der Duisburger Innenstadt verboten.
Alkohol war in der Duisburger Innenstadt verboten.
Foto: Kathrin Migenda
  • Stadt Duisburg geht gegen gekipptes Alkoholverbot nicht in Berufung
  • Geschäftswelt reagiert verärgert
  • Das sagt die Stadt

Duisburg. Das gekippte Alkoholverbot in der Duisburger Innenstadt sorgt bei Kaufleuten für Ärger. Doch die Stadt will die Entscheidung des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts akzeptieren und keine Rechtsmittel einlegen.

Damit ist das Alkoholverbot wohl endgültig vom Tisch. Doch viele ärgern sich weiterhin über störende Trinker in der Innenstadt. Bis Mittwoch hätte die Stadt vor Gericht Berufung einlegen können.

Die Stadt erklärt gegenüber DER WESTEN, warum sie trotz des Ärgers darauf verzichtet.

Stadt Duisburg : „Jeder kann jetzt wieder auf der Königsstraße öffentlich sein Bier trinken“

„Wir akzeptieren das Urteil“, so Pressesprecher Peter Hilbrands von der Stadt Duisburg gegenüber DER WESTEN: „Wir haben bisher keinen sprunghaften Anstieg von Beschwerden.“

„Wenn wir juristisch eine Chance gesehen hätten, dann hätten wir etwas dagegen getan“, doch dies sei nicht so gewesen.

„Jeder kann jetzt wieder auf der Königsstraße öffentlich sein Bier trinken“, erklärt Hilbrands.

Doch Störenfriede müssten weiterhin damit rechnen, dass das Ordnungsamt hart durchgreife. Aus diesem Grund müsse die Geschäftswelt sich nach dem aufgehobenen Alkoholverbot nicht sorgen.

„Das Ordnungsamt kommt bei Beschwerden und kümmert sich weiterhin um jeden, der stört“, so Hildbrands.

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Doch Wilhelm Bommann vom Handelsverband Niederrhein ist sauer und enttäuscht über das endgültig geplatzte Alkoholverbot.. Es sei schade, „dass die Geschäftswelt in der City jetzt weiter unter den Trinkern leiden muss.“

Man könne nur hoffen, dass die geplanten Hilfsmaßnahmen in der Trinkerszene wirken.

„Es sind ja nicht nur Trinker, die sich da treffen“

Der Geschäftsführer des Diakonie Duisburg, Udo Horwat, ist zufrieden, dass das Alkoholverbot vom Tisch ist. Denn: Das Verbot habe nicht viel verbessert.

„Es sind ja nicht nur Trinker, die sich da treffen. Viele haben keine Arbeit, keine Familie, ihnen fehlt die Tagesstruktur. Aber es sind trotzdem Menschen, die zu unserer Gesellschaft gehören und akzeptiert werden wollen“, so Horwat.

Stadt hatte Alkoholverbot im Mai 2017 verhängt

Im Mai 2017 hatte Duisburg das Alkoholverbot verhängt. Kurz zuvor hatten Anwohner und Geschäftsleute in der City über Betrunkene geklagt, die gewalttätig seien, herumpöbeln würden und öffentlich ihr Geschäft verrichten.

Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht sah nicht, dass es eine Gefahr durch den Alkohol für die öffentliche Sicherheit gebe. In Bonn und Herne gibt es solche Alkoholverbote weiterhin. (mit dpa)

 
 

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