"Duisburg. Aber sicher!" klärt Schüler über Toten Winkel auf

Die Duisburger Gymnasiasten erkennen das Gefahrenpotenzial des toten Winkels, auch mit Hilfe der Polizei.
Die Duisburger Gymnasiasten erkennen das Gefahrenpotenzial des toten Winkels, auch mit Hilfe der Polizei.
Foto: Jörg Schimmel
Der tote Winkel kann für Radler in der Nähe von Bussen und Lkw gefährlich sein. Tipps, um Risiken besser einzuschätzen, erhalten Duisburger Schüler.

Duisburg. Der Müll bleibt vergangenen Freitag am Steinbart-Gymnasium liegen, obwohl ein tonnenschweres Entsorgungsfahrzeug der Wirtschaftsbetriebe stundenlang auf dem Pausenhof steht.

Der Lastwagen steht dort zu Demonstrationszwecken des toten Winkels, der gerade bei großen Vehikeln wie Bussen oder Lkw für Verkehrsteilnehmer gefährlich ist. Die Schüler der 7a des Gymnasiums sollen gegenüber den Risiken sensibilisiert werden und bekommen von der Aktion des Verkehrssicherheitsnetzes „Duisburg. Aber sicher!“ Tipps, um Gefahrensituationen beim Rechtsabbiegen zu vermeiden.

Vorsicht im Verkehr

„Erst vergangenen Donnerstag hatten wir zwei Rad-Unfälle in Walsum und Hochfeld, die sich auf den toten Winkel zurückführen lassen“, berichtet Polizist Arndt Rother, Leiter der Verkehrsunfallprävention. 2015 und 2016 habe es im Stadtgebiet noch keine tödlichen Radfahrunfälle gegeben, 2014 allerdings schon – „und auch hier war der tote Winkel Grund für das Unglück“, so Rother.

Damit die Schüler nachvollziehen können, welcher Blick den Fahrern im Cockpit verwehrt bleibt und was sie überhaupt sehen können, zeigen Kreidemarkierungen und eine grüne, dreieckige Plane die Bereiche der Sichtweite. Das Dreieck, worum sich die Siebtklässler versammelt haben, stellt exakt den toten Winkel dar.

Jeweils zu zweit klettern die Jungen und Mädchen abwechselnd in die Fahrerkabine, um von dort oben selbst zu schauen, wen sie aus ihrer Klasse noch erkennen. „Man sieht niemanden. Ein paar, wenn man in den unteren Spiegel guckt“, berichtet Schüler Till Hoppe, als er wieder aussteigt.

Auch seiner Klassenkameradin, Chiara Gebhardt, scheint die Verantwortung bewusst zu werden, wie konzentriert man am Verkehr teilnehmen sollte: „Ich werde auf jeden Fall mehr aufpassen. Und zur Not mehr Autos vorbeilassen, wenn ich selbst rechts abbiegen möchte“, sagt Chiara, die jeden Tag mit dem Rad unterwegs ist. Das Vorbeilassen, auch wenn der Radler Vorfahrt hat, ist einer der Tipps, die die Schüler mit auf den Weg bekommen. Zudem sollten Pedalritter sich nicht direkt neben die Fahrzeuge stellen, diese zuerst wegfahren lassen und mit Abstand hinter den motorisierten Wagen fahren.

Auch die Wirtschaftsbetriebe wollen mehr für die Sicherheit auf den Straßen machen: Abgebildet sind Warnhinweise auf den Türen der Fahrzeuge, die mehr als sieben Tonnen wiegen, und Tipps für Radler auf den Staubfangmatten am Heck der Müllwagen. „Zudem schulen wir die Fahrer speziell auf die Spiegelausrichtung und sensibilisieren sie für den toten Winkel“, so Ingo Wiele, Leiter der Abfallwirtschaft.

„Duisburg. Aber sicher!“ gibt es seit 2011 

Die Kampagne befasst sich in verschiedenen Aktionsserien mit der Sicherheit im Straßenverkehr. Projekte sind zum Beispiel: „Lern-mal-Radverkehr“, Jugendverkehrsschulen oder „Achtung! Toter Winkel!“

Netzwerk- und Verkehrssicherheitspartner der 2011 gegründeten Initiative sind: die Polizei Duisburg, die Bürgerstiftung Duisburg, die DVG, der ADFC sowie die Stadt Duisburg und die Wirtschaftsbetriebe.

 
 

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