Drei Delfinjunge schwimmen jetzt mit den großen Tümmlern

Familienzusammenführung im Zoo Duisburg: Die im Spätsommer 2011 geborenen Jungtiere Dörte, Diego und Darwin dürfen jetzt gemeinsam mit den anderen Großen Tümmlern durch die Becken des Delfinariums schwimmen. Foto: Stephan Eickershoff
Familienzusammenführung im Zoo Duisburg: Die im Spätsommer 2011 geborenen Jungtiere Dörte, Diego und Darwin dürfen jetzt gemeinsam mit den anderen Großen Tümmlern durch die Becken des Delfinariums schwimmen. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: Stephan Eickershoff
Eine Woche vor der größten Demonstration gegen sein Delfinarium hat der Zoo seine zusammengeführte Delfin-Familie mit den drei 2011 geborenen Jungtieren präsentiert. Zum Protest am 30. März kommt Bambi-Preisträger und Ex-„Flipper“-Trainer Richard O’Barry („Die Bucht“).

Duisburg. Im Spätsommer 2011 wurden im Delfinarium des Duisburger Zoos erstmals in der Geschichte der Delfinhaltung in Deutschland binnen drei Wochen drei Jungtiere geboren: Die Großen Tümmler Pepina, Delphi und Daisy brachten jeweils ein Baby zur Welt. Nun ist die „Delfinschule“ vom Kaiserberg zusammengeführt: Die Jungtiere Dörte, Diego und Darwin schwimmen gemeinsam mit ihren sechs Artgenossen durch das große Becken des Delfinariums.

Die Bekanntgabe des „sensationellen Zuchterfolges“ am 16. Oktober 2011 hatte international Aufsehen erregt. Der wegen seiner Delfinhaltung von Tierschützern andauernd kritisierte Zoo wertete den Kindersegen bei den Großen Tümmlern als Beleg für die „sehr erfolgreiche Entwicklung der Delfinhaltung“.

„Zoo Duisburg hat höchste Todesrate bei Delfinen“

Dagegen behauptet Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF): „Der Zoo Duisburg hat in Europa sicher die höchste Todesrate bei Delfinen.“ Der Steuerberater aus Hagen bezieht sich auf schriftliche Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums, wonach in Duisburg zwischen 1991 und 2011 insgesamt 15 Delfine gestorben sind: „Und nach einem Bericht des Spiegel aus dem Jahr 1997 waren es in der Zeit davor 47 Todesfälle.“

Am 6. Juli werden sich Tierschützer und Zoo vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegenüberstehen. Das Gericht hat zur mündlichen Verhandlung geladen: Ortmüller fordert auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes (UIG) lückenlose Einsicht in die Unterlagen des Tierparks zu den Haltungsbedingungen und hat den Zoo verklagt.

Sein WDSF hat die Demonstration am Freitag, 30. März, organisiert und erhält prominente Unterstützung: Richard O’Barry, dessen Öko-Thriller „Die Bucht“ den Oscar gewann, wird in Duisburg protestieren – und wohl für jede Menge Medientrubel sorgen. Der US-amerikanische Delfinschützer, der einst Serienheld Flipper trainierte und 2011 mit dem Medienpreis Bambi ausgezeichnet wurde, reist extra für die Protestaktion in Duisburg an.

Jungtiere ahmen während der Vorstellungen Sprünge nach

Zurück zu den neun Tümmlern, von denen sieben in Duisburg zur Welt kamen: Die Gruppe war seit den Geburten getrennt, weil die Mütter und ihre Jungen einer strengen Quarantäne unterstellt wurden. Jüngst kam es dann zum großen Mutter-Kind-Treff und der Familienzusammenführung. Donna und Dolly, die bereits 2007 geboren wurden und bei den den täglichen Vorführungen zu Publikumslieblingen avancierten, kümmern sich laut Zoo „hervorragend“ um ihre kleinen Geschwister. Zuletzt durfte auch der stolze Papa, Ivo, gemeinsam mit seinem Nachwuchs Runden drehen.

Nicht nur außerhalb der Vorführungen spielen alle neun Meeressäuger zur Freude der Besucher nun gemeinsam. Während der Vorführungen, so der Zoo, „glänzt die Rasselbande durch diverse Alleingänge und nachgeahmte Sprungeinlagen“. (pw)

 
 

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