DPD in Duisburg: Bote will Pakete ausliefern – plötzlich steigt ein fremder Mann in seinen Lieferwagen

Deutsche Post: Päckchen nicht angekommen - was Du jetzt tun musst

Deutsche Post: Päckchen nicht angekommen - was Du jetzt tun musst

Viele kennen das Ärgernis. Ihr habt etwas bestellt, doch das Päckchen ist nicht bei euch angekommen und ihr habt auch keine Benachrichtigung im Briefkasten? Euch sind die Hände dann nicht gebunden.

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Duisburg. Mittwochmorgen im Landgericht Duisburg. Rashwan K. (37) wird mit Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Kurz drauf sitzt er mit einem Dolmetscher auf der Anklagebank.

Ihm wird unter anderem besonders schwerer Raub eines DPD-Fahrzeuges an der Landfermannstraße in Duisburg vorgeworfen. Als der DPD-Bote Alimou Bah (21) im hinteren Teil seines PKW gerade mit dem Sortieren von Paketen beschäftigt ist, rollt das Fahrzeug plötzlich auf ihn zu und düst vor seinen Augen davon, heißt es in der Anklageschrift.

DPD in Duisburg: Paketbote wird von Autoräuber umgerissen

Wie fast jeden Tag liefert der 21-jährige DPD-Bote Alimou Bah an jenem Freitag Ende August 2020 Pakete in Duisburg aus. Eigentlich will er in der Hedwigstraße unweit des Hauptbahnhofs nur noch schnell im hinteren Teil des DPD-Wagens Pakete für den nächsten Abschnitt sortieren.

Angeklagter springt in DPD-Wagen und versucht zu flüchten

Dabei lässt der DPD-Fahrer den Schlüssel im Fahrzeug stecken. Das wird ihm kurze Zeit später zum Verhängnis.

Plötzlich rollt der PKW rückwärts auf den DPD-Boten zu, woraufhin dieser erschrocken zur Seite springt. Der Autoräuber Rashwan K. hatte sich vorne auf den Fahrersitz gesetzt und den Rückwärtsgang zum Ausparken eingelegt. Daraufhin gibt der Angeklagte Gas und fährt davon, wie er beim Prozessauftakt gestand.

Panisch versucht der DPD-Bote den Autoräuber aufzuhalten und rennt ihm hinterher. An einer Ampel kommt das Fahrzeug zum Stehen, woraufhin Alimou Bah die Beifahrertür des Wagens öffnen kann. Doch der Räuber tritt auf das Gaspedal, reist den DPD-Boten mit und lässt ihn zu Boden schleudern. Er wird bei dem Vorfall leicht verletzt.

Duisburger Fahrradfahrer hört lautes Schreien – dann alarmiert er die Polizei

Ein nichtsahnender Fahrradfahrer beobachtet das Spektakel aus der Nähe. „HALT STOP! Der klaut mein Auto“, habe er den DPD-Boten Alimou Bah zunächst schreien hören.

Dann handelt der Radfahrer gedankenschnell und radelt dem Auto-Räuber hinterher, woraufhin er das Nummernschild des Fahrzeuges entziffern kann. Der Fahrradfahrer alarmiert die Polizei. Diese kann den Räuber mithilfe eines GPS-Trackers im Wagen im Duisburger Innenhafen ausfindig machen. Der Angeklagte kann dort festgenommen werden.

Angeklagter bereits schwer vorbelastet - er zeigt sich auffällig und verwirrt

Der wohnsitzlose Syrer auf der Anklagebank war bereits mehrfach wegen diverser Straftaten wie Sachbeschädigung, Diebstahl und Betrug aufgefallen.

Im Jahre 2016 war der 37-Jährige gemeinsam mit seiner Tochter und seiner Schwägerin aus Syrien geflüchtet. In Deutschland sei er jedoch nicht glücklich geworden, habe nicht gearbeitet und hoffe nun auf eine Rückkehr nach Syrien, berichtet er.

Angeklagter mit wirren Aussagen bei Polizei

Der Polizei kam der Angeklagte sichtlich verwirrt vor. Zunächst äußerte dieser gegenüber den Uniformierten, er würde bei DPD arbeiten und hätte das Fahrzeug von einem Freund erhalten. Später behauptete er dann sogar, dass er den Schlüssel des Fahrzeuges von der Polizei geschenkt bekommen hätte.

Im Verhör mit der Polizei sei Rashwan K. außerdem aggressiv geworden und beleidigte am Ende sogar einen Beamten. Auch im Gerichtssaal war der Angeklagte ziemlich mitteilungsbedürftig, musste immer wieder von seinem Verteidiger und dem Vorsitzenden Richter gebremst werden.

Ein Urteil soll Anfang März fallen. (mkx mit ms)