Donnerstag Urteil gegen Terrorverdächtigen

Foto: ddp/Sascha Schuermann

Düsseldorf/Duisburg. Ein 36-jähriger Duisburger soll als Funktionär in Duisburg der türkischen Terrorgruppe DHKP-C angehört und sich an Anschlägen in Köln und Duisburg beteiligt haben. Am Donnerstag will das Oberlandesgericht Düsseldorf das Urteil sprechen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf will am Donnerstag um10 Uhr das Urteil gegen ein mutmaßliches Mitglied der auch in Deutschland agierenden türkischen Terrorgruppe DHKP-C sprechen. Der 36-jährige Deutsch-Türke aus Duisburg muss sich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchter schwerer Brandstiftung und Verabredung zum Totschlag verantworten.

Die Bundesstaatsanwaltschaft und die Verteidigung forderten eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für den Mann. Der Prozess hatte Anfang November begonnen.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, von August 1997 bis Februar 1998 der Leitung der DHKP-C in Deutschland angehört zu haben - und zwar als Funktionär in Duisburg. Er soll sich an zwei letztlich gescheiterten Brandanschlägen der Organisation auf türkische Banken in Duisburg und Köln beteiligt haben.

Darüber hinaus habe er zu einem Kommando gehört, das im August 1997 in Hamburg Abweichler („Putschisten“) aufspüren und töten sollte. Der 36-Jährige, nach dem seit Jahren im In- und Ausland gefahndet wurde, hatte sich im Dezember 2009 gestellt.

Die DHKP-C („Revolutionäre Volksbefreiungspartei/-front“) war 1994 aus der im Jahr 1978 in der Türkei gegründeten terroristischen Organisation „Devrimci Sol“ („Revolutionäre Linke“) hervorgegangen. Sie verfolgt das Ziel, einen Umsturz der politischen Verhältnisse in der Türkei herbeizuführen und eine kommunistische Gesellschaftsordnung zu errichten. Seit ihrer Gründung war nach der Türkei die Bundesrepublik Deutschland das wichtigste Betätigungsfeld der DHKP-C. (dapd)

 
 

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